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Frank Kohler gönnt seinem rollenden Veteranen eine aufwändige Reparatur

Kolumne So kann’s gehen : Nicht ganz dicht – das wird sich ändern

Da war es wieder. Auf größeren Bodenwellen oder in engen Kurven kommt Leben in die Fracht. Sie gibt ein eigenartiges Geräusch von sich. Das Gluckern aus dem Kofferraum erinnert hin und wieder an die Kühlflüssigkeit, die ich seit ein paar Monaten vorsichtshalber in meinem Kleinwagen mitführe.

Der übersichtliche Kombi ist nach bald zwölf Jahren und gut 253 000 Kilometern nicht mehr ganz dicht. Nun rinnt ihm das grüne Zeug nicht in Strömen von dannen. Sonst würde sich das Nachfüllen als Notbehelf verbieten. Nein, der Kühlwasserbehälter weist mitunter für eine ganze Woche oder noch länger einen hinreichenden Füllstand auf. Aber nur einen Tag später sinkt der Pegel wieder deutlich. Um nach dem erneuten Füllen wieder lange auf dem richtigen Niveau zu verharren. Bis erneut eine Lücke klafft, die es zu beseitigen gilt. Für solche Überraschungen muss schon genug Ersatz in Grün an Bord sein. Vorübergehend verführte mich das Prüfen und Schütten schon zu dem Gedanken, mich von meinem Wagen zu trennen. Doch die Erinnerung an die vielen schönen Fahrten hielt mich ebenso davon ab wie der Blick auf die Preislisten für vergleichbaren neuen Ersatz. Ich fasste den Entschluss, dem Veteranen eine Runderneuerung zu gönnen. Das Aufspüren und Beseitigen des Lecks wird dazugehören. Nun wäre in den vergangenen Wochen der Neuwagenkauf ohnehin nicht drin gewesen. Dass der jetzt wieder möglich wird, kann meinen Entschluss nicht erschüttern, es noch mal mit einer Reparatur zu versuchen. Danach soll der rollende Oldie wieder ganz dicht sein. Und noch ein paar Zehntausend Kilometer halten. Mindestens. Ob es der Kilometerzähler das Vehikels noch zur halben Million schafft, sei dahingestellt. Aber in diesen Zeiten muss es das Wägelchen ja nur zur Arbeit, zum Einkaufen und zurück schaffen. Der letzte Ausflug an die Mosel scheint denn auch schon Jahre zurückzuliegen. Damals hatte ich bereits Glykol an Bord. Denn das gibt’s ja – zum Glück – nicht beim Winzer.