Faules Holz vom Montagsbaum

SZ-Redakteurin Angelika Fertsch hat ein ganz besonderes Gartentor.


Der Montagswagen hat nicht nur einen Platz im offiziellen Sprachgebrauch. Am eigenen Leibe musste ich jämmerliche Erfahrungen mit so einem Unglücksauto machen. Was war ich so stolz auf mein schwarzes Halbcabrio. Bis es bei jeder Fahrt heiß unter dem Allerwertesten wurde und anfing, nach Verbranntem zu stinken. So weit die Sache mit dem Montagswagen. Neuerdings aber haben wir es zu Hause mit Holz eines Montagsbaums zu tun. Das jedenfalls ist die Version, auf die sich die Schreinerin mit uns verständigt hat. Seit letztem Sommer löst sich das Gartentor, das sie uns angeliefert hatte, allmählich auf. Immer wieder fehlen Stücke. Latten lockern sich. Anfänglich verdächtigte ich den Sohnemann, das Tor mit seinen Schnitzmessern bearbeitet zu haben. Jetzt wissen wir, dass das Teil aus Lärchenholz von innen fault und zerfällt. Notanruf. Bei ihrer Stippvisite fixierte die Handwerkerin die dunkelbraune Tür mit ein paar Sperrholzplatten. Das sieht jetzt ein bisschen nach Kunst im öffentlichen Raum aus.

Vier Wochen lang muss ich den Anblick ertragen, dann gibt's ein neues Tor. Das mit dem Rabatt mussten wir uns allerdings aus dem Kopf schlagen. Das vermeintlich noch neue Teil hat bereits sechs Jahre auf dem Buckel und nicht, wie wir glaubten, zwei. Und Holz eines Montagsbaumes kann man sowieso nicht reklamieren.