Es blüht so schön zur Weihnachtszeit

Saarbrücken · SZ-Redakteurin Susanne Brenner ist nicht in Weihnachtslaune.

An unseren Haselnüssen hängen neue Kätzchen. Auch die Rose, die Fuchsien und sogar ein paar Löwenmäulchen blühen in unserem Garten. Ich habe die Pflanzen auch noch nicht in Winterschutz verpackt. Warum auch? Es ist ja weit und breit kein Frost in Sicht. Meine Blumen finden das wahrscheinlich ganz nett. Und Schnecken-Larven und allerlei Krabbelviecher sicher auch. Ich aber nicht. Ich bin da eher konservativ. Ich mag wechselnde Jahreszeiten. Und ich habe gern alles zu seiner Zeit. Wenn ich Ende November nicht morgens beim Spaziergang mit dem Hund wenigstens die Hände in der Jackentasche vergraben muss, dann ist es zu warm für die Jahreszeit. Das müssen mir keine Meteorologen erklären, da reicht mir der nicht vorhandene weiße Atem-Nebel vor meinem Mund.


Eine Nebenwirkung dieser viel beschworenen Erderwärmung macht mir derzeit besonders zu schaffen: Ohne kalte Nase komme ich nicht in Weihnachtsstimmung. Ich brauche wenigstens ein bisschen Frost, damit ich den Weihnachtsgeruch in der Luft riechen kann. In unserem Wohnzimmer hängt noch kein einziger Stern - sonst habe ich um diese Zeit schon das ganze Haus dekoriert. Aber die Kisten mit Kugeln, Engeln & Co stehen noch fest verschlossen im Keller. Zum fliegenden Weihnachtsmann zieht es mich auch noch nicht - Glühwein ohne, dass ich Handschuhe brauche, schmeckt irgendwie nicht richtig.

Ein Gutes hat das Ganze aber dann doch: Ich spare Geld. Der übliche vorweihnachtliche Kaufrausch beim Anblick neuer Weihnachtsdeko ist bisher ausgeblieben. Am besten investiere ich das Gesparte in einen neuen Badeanzug. Wenn das so weitergeht mit dem Klimawandel, brauche ich den vielleicht bald an Weihnachten.

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