Entsetzen am Briefkasten

Auf manche Geschenke sollte man lieber verzichten, meint SZ-Redaktionsmitglied Hélène Maillasson.

Ich weiß, es ist altmodisch, aber ich mag einfach Postkarten. Ich schicke viele und bekomme auch viele, zum Beispiel zum Geburtstag. Bald werde ich wieder ein Jahr älter. Der Gedanke an Post von Freunden und Familie tröstet mich ein bisschen darüber weg.

Um sicher zu sein, das Datum nicht zu verpassen, hat mir eine Kosmetik-Kette bereits jetzt gratuliert - mit einer Werbe-Postkarte. Die Vorderseite las sich vielversprechend: Ich bekomme ein hochwertiges, auf mich zugeschnittenes Produkt geschenkt. Ich fing an zu grübeln: Lidschatten , Parfüm oder doch Nagellack ? Dann drehte ich die Karte um, und schlagartig kam die Ernüchterung: Anti-Aging-Creme.

Zum ersten Mal landete bei mir eine Geburtstagskarte an einem außergewöhnlichen - aber passenden - Ort: im Papierkorb.