Ein teures Missverständnis

Bahn · SZ-Mitarbeiterin Traudl Brenner hat mal das Auto stehen lassen und die Bahn genommen.

Neulich hat mich jemand gefragt, ob ich noch Auto fahre. Schock: Es wird also sichtbar, dass die besten Jahre vorbei sind. Da beginnt man nachzudenken: Was wäre denn, wenn es aus wäre mit dem Autofahren? Umsteigen auf Bus und Bahn, klar.
Also hab ich schon mal Fahrpläne studiert. Der Deutschen Bahn war ich lange ganz, ganz untreu. Also hab ich jetzt mal einen Versuch gewagt: mit der Bahn zu einem Termin nach Mannheim . Zuerst im Internet geguckt - Preis top. Dann doch zum Service der Bahn gegangen. Ganz schön viel teurer natürlich, dazu noch Reservierung. Trotzdem Ticket gekauft, auch gleich für die Rückfahrt. Tags drauf zum Bahnhof. Nächster Schock: Da läuft bei meiner Zuganzeige das Schriftband: "60 Minuten Verspätung". Was tun? Alternativangebot: Bummelzug. Knappes Stündchen Verspätung. Termin hat längst begonnen. Später hab ich dann, weil ich nicht mit dem vereinbarten, sondern einem früheren Zug zurückgefahren bin, noch 22 Euro zuzahlen müssen - insgesamt waren für die Fahrten nach Mannheim und zurück 80 Euro weg. Dafür hätte ich fast mit dem Taxi fahren können.

Zuhause hab ich mein Auto gestreichelt und versprochen, ihm künftig wieder die Ehre zu erweisen. Solange man es zwar sieht, aber noch nicht spürt, das Alter. Aber immerhin ist mein Auto auch noch ganz jung.

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