Ein Blick in den Abgrund Saarbrücker Kommunalpolitik

Kultur und Kommunalpolitik : Politik und Theater sind kein Ponyhof

Von „Angst, Besitzstandsstreben, Generationenkonflikten, Rivalitäten“, hat meine Kollegin Kerstin Krämer in dieser Woche geschrieben. Davon, wie „bitter weh“ es tut, „Menschen dabei zuzugucken, wie sie wider besseres Wissen in ihrer ideellen Fixierung jegliches private Glück opfern und ins Unglück rennen“.

„Verpasste Chancen, nicht gelebtes Leben, Sich-Bescheiden und Sich-Fügen“ hat sie beobachtet.  Nein, sie hat sich nicht mit Politik und Wirtschaft und auch nicht mit dem Streit um den Saarbrücker Feuerwehrchef beschäftigt. Ein Konflikt, der am Ende dieser Woche darin gipfelte, dass sich die Rathausspitze durch einen Deal mit dem Geld des Steuerzahlers Schweigen bis nach der Kommunalwahl erkauft hat. Die Kollegin hat sich „Erbe“ angesehen, ein Stück, das das Volkstheater zurzeit in der Kettenfabrik St. Arnual spielt. Das Stück anzuschauen, lohnt sich, findet sie. Wenn man sich nicht scheut in menschliche Abgründe zu blicken und sich Theater gönnen möchte, das wesentlich faszinierender ist als das im Rathaus, dann sollte man sich aber auf jeden Fall das Stück „Werwolf“ in der Alten Feuerwache gönnen. Aber Vorsicht: Das Theater ist wie die Politik kein Ponyhof.

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