Donald Duck wird auch in Saarbrücken 85

Eine alte Ente und eine alte Saarbrückerin : Besser, ich starre auf Sumpfhühner

Die Warnung kam von einem alten Bekannten: „Nein, tu’ das nicht! Die sind zu zweit, und wir beide sind ganz allein.“ Wir kennen uns seit meiner Kindheit, obwohl er schon deutlich älter ist als ich.

Er wird an diesem Sonntag 85 Jahre alt: Donald Duck.

Über seine Warnung bin ich auf der Internetseite der Saarbrücker Band Savoy Truffle gestolpert. Dort gibt es eine Sammlung mit Zitaten aus Entenhausen. Dass ich diese Woche gedanklich in Entenhausen gelandet bin, lag nicht nur an Donalds Geburtstag und am Wahlkampf, sondern vor allem an einer Geschichte, die wir am Freitag an dieser Stelle erzählt haben. Die Geschichte geht so: Eine 79-Jährige sieht überhaupt nicht ein, dass sie ohne Führerschein kein Auto fahren darf. Sie wurde mehrfach dabei erwischt, wie sie durch Saarbrücken kurvte und schließlich auf die Polizeiwache an der Ludwigskirche vorgeladen. Dort fuhr sie konsequent mit dem Auto vor. Der Wagen wurde inzwischen von der Polizei konfisziert – wie bereits zwei Autos zuvor. In Entenhausen würde die alte Dame sich nun einfach Auto Nummer vier besorgen. Es gibt Menschen, das zeigt diese Geschichte, die können einfach nicht aufhören. Nicht mal wenn es am Schönsten ist. Oder vielleicht auch, weil es bisher noch gar nicht so schön war und sie denken: „Das kann doch noch nicht alles gewesen sein!“ Aber bevor ich jetzt, was am Wahlwochenende nicht schicklich wäre, gedanklich in die Politik abschweife, wende ich mich wieder Donald Duck zu, der mir einen Gedanken vorweggenommen zu haben scheint, der da lautet: „Vielleicht, wenn ich mich hier hinsetze und auf die Sumpfhühner starre, die im Sumpf rumsumpfen, vermeide ich allen Ärger.“

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