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| 19:55 Uhr

Die Normalität geht verloren

So kann's gehen. SZ-Mitarbeiter wollte bloß zum Radfahren in die Ardennen. Vor Bastogne geriet er in ein Umleitungs chaos und fragte nach dem Weg. Doch ein Kind suchte das Weite. Hans-Christian Roestel

Wiederholungstäter zu sein, ist schön - besonders wenn es um ein Radelrevier von besonderem Charme geht: die belgische Wallonie um Bastogne. Nach einem ersten Besuch vor drei Jahren sollte es nun zur zweiten Ausfahrt kommen, quasi auf den Spuren des Frühjahrsklassikers Lüttich-Bastogne-Lüttich. Eigentlich freute ich mich, das Wetter war bombig - kürzlich war der bundesdeutsche Hitzerekord in Saarbrücken-Burbach gefallen. Auf dem letzten Stück Landstraße nach der Autobahn sollte eine Baustellenumleitung kommen. Soweit so gut.
Die ersten Kilometer ließen sich noch gut verfolgen, dann war jedoch der Wirrwarr komplett, jegliche weitere Ausschilderung fehlte. Also ein Griff zur Landkarte und der Parole gefolgt: quer durch die Ortschaften durchschlagen! Soweit so gut - und soweit normal: Doch in einem der nächsten Orte (wieder waren kleine Nebenstraßen gesperrt!) fragte ich ein Mädchen auf dem Fahrrad freundlich nach dem Weg. Sie war nicht mehr klein, vielleicht 13 oder 14 Jahre alt. Doch sie wich ganz weit aus und fuhr auf der anderen Straßenseite weiter, ängstlich wirkend sagte sie "Je ne sais pas" - sie wisse also auch nicht weiter, und fuhr davon.

Kurzum: Ich kam zu einer wunderbaren, ausgedehnten Radtour durch die wallonischen Wälder und Dörfer, doch was mich an meinem normalen Verstand zweifeln lässt: Auch wenn es die schrecklichen Ereignisse um Verschleppung und Kindesmissbrauch wie bei Marc Dutroux , um bei Belgien zu bleiben, und andere Fälle gegeben hat und gibt, so fragt man sich schon: Wie kann man sich heute noch normal und unverfänglich gegenüber Kindern verhalten? Oder ist das gar nicht mehr angesagt, mit Kindern auf der Straße zu sprechen, wenn sie zufällig da sind und man den Weg wissen möchte, oder sie selber auf einen zukommen und Dinge fragen? Denn etwas Normaleres kann man sich doch wohl kaum vorstellen.