Die Macht der Fingerkuppe

An Induktionsfeldern verzweifelt Redakteurin Angelika Fertsch.


Meine Induktionskochplatte und ich liegen im Dauerclinch. Endlich hatte ich kapiert, wie ich die Hitze auf das Maximum steigern kann, schon gab es beim nächsten Mal die rote Karte. Ich drückte und wischte das Feld für die Temperaturregelung. Nichts tat sich. Ob der Finger zu nass war? Das Feld zu fettig? Trotz hektischen Putzens - Nichts. Endlich hatte der Herd Erbarmen. Die Platte wurde rot. Am nächsten Tag war es genau umgekehrt. Irgendwann riecht es komisch. "Mama, du hast die Platte nicht ausgemacht." Aber wieso denn, ich hatte doch den zentralen Knopf, sprich das Feld, berührt. Mitleidige Blicke. Ich fühle mich als Induktionsfeld-Versager. Warum hat dieses Haus kein Gas? Gas ist was Zuverlässiges. Man sieht es, der Schalter verweigert sich nie. Und Hitze entwickelt sich blitzschnell. Seitdem habe ich Mitleid mit allen Versuchswischern und Drückern an gleichgültigen Flächen und Knöpfen. Auch mit der Dame in der Bank. Die wurde von der Kollegin an den Schalter gerufen, um das von mir geforderte Geld durch Entsperrung freizugeben. Sie drückte und wischte und wischte und drückte. Sie gab auf. Noch eine Kollegin musste kommen. Ein Drücker, und das Geld war bereit. Ich versuch's jetzt zu Hause mit mentaler Zwiesprache, Hauptsache, locker.