„Die machen es richtig“

Die Arbeit ist erledigt, die Sonne brennt auch am Nachmittag noch auf die Stadt herab - der Staden ruft. Und nicht wenige Menschen in Saarbrücken antworten. Mit Decken, Grill, Frisbeescheiben, Fußbällen oder Volleybällen in der Tasche zieht es unzählige Leute an das Saarufer.

Das Problem bei der ganzen Sache: Die Plätze unter den Bäumen sind verdammt schnell weg. Und wenn schon im Schatten eine Temperatur von 30 Grad herrscht, wie soll man es da länger als eine halbe Stunde in der prallen Sonne aushalten? Ich hab's trotzdem versucht - und schon nach wenigen Minuten fast kapituliert. "Die machen es richtig", stöhnte meine Freundin und nickte in Richtung Saar. Da schwammen zwei Frauen, um die 40, ganz entspannt den Fluss hinauf. Und ja, bei dieser Hitze war auch ich nicht nur einmal kurz davor, ins Wasser zu springen. Was aber einige offenbar immer noch nicht begriffen haben: Schwimmen in der Saar ist - zumindest an vielen Stellen - nicht erlaubt. Wegen der vielen Brücken . Wie die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes festgehalten hat, ist es verboten, in einem Bereich "bis zu 100 Meter ober- und unterhalb von Brücken , Wehr- und Wasserkraftanlagen und Hafeneinfahrten" sowie "im Schleusenbereich" zu baden. An der Freitreppe mal eben im Wasser abkühlen? Nicht erlaubt. Und genau 100 Meter Abstand zu den Brücken ablaufen? Sorry, aber Entspannung wäre das auch nicht wirklich. Aber wenn ich mir an manchen Tagen die Saar anschaue, frage ich mich ohnehin, ob ich das meinem Körper wirklich antun will. Die Wasserqualität soll sich zwar laut des Saarländischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz in den vergangenen Jahren aus ökologischer Sicht gebessert haben, aber vor allem wenn es vorher geregnet hat, ist die Konzentration an ungeklärtem Wasser recht hoch - und demnach auch die Anzahl der Keime. Auch Sabine Schorr, Pressesprecherin des Umwelt-Ministeriums, sagt: "Das Baden in der Saar ist nicht verboten. Aber es ist trotzdem kein Badegewässer. Es sind immer Keime in einem Fließgewässer, da muss jeder für sich entscheiden, ob er wirklich dort reinspringen möchte." Nach einer heißen Diskussion mit meiner Freundin über das Baden in der Saar fielen mir dann ein paar Jugendliche ins Auge. "Die machen es richtig", sagte ich und nickte zu der kleinen Gruppe, die es sich mit zwei Kühlboxen in der Sonne bequem gemacht hatte. In den Kühlboxen: Wasser. Und im Wasser: die Beine der Jugendlichen. Auch eine Option, die Hitze etwas erträglicher zu machen.

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