Die Grünen könnten in Saarbrücken die SPD ausbremsen.

Selbstbewusste Grünen : Und am Ende regiert dann doch irgendwie die SPD?

Die Erbfolge war geregelt. Der SPD-Mann Thomas Emser sollte die SPD-Bezirksbürgermeisterin Christa Piper in Saarbrücken Mitte beerben. So wie die vor 15 Jahren den langgedienten Parteifreund Günter Prell in diesem Amt beerbt hatte.

Damit, dass der Stadtbezirk, in dem rund 97 000 Menschen leben, der SPD entgleitet, haben nicht mal die Grünen gerechnet. Sie sind seit Sonntag klar stärkste Kraft in dem Bezirk, der fast doppelt so viele Einwohner hat wie die zweitgrößte saarländische Stadt Neunkirchen.

Thomas Emser sieht dennoch eine Chance, Pipers Nachfolge anzutreten. Auf der Bezirksratsliste der Grünen stünden „nur Leute, die alle in Brot und Arbeit sind oder noch im Studium“. Das Ehrenamt des Mitte-Bezirksbürgermeisters sei aber eigentlich „ein Vollzeitjob, den man nur als Rentner machen kann oder wenn man im Job freigestellt ist“, sagt er. Er könne diesen Job machen. Vielleicht also seien die Grünen bereit, den SPD-Mann „als Juniorpartner zum Bezirksbürgermeister zu wählen“, spekuliert er.

Eine Idee, die die Grünen ablehnen. Wenn man ein Ehrenamt angeblich nicht ehrenamtlich ausüben könne, müsse nicht ein Hauptamtler gesucht werden. Das Ehrenamt müsse dann eben neu gedacht werden. Anders formuliert: Die erstarkten Grünen lassen sich von „So haben wir das immer gemacht“ und „Egal wie die Wahl ausgeht: Am Ende regiert in Saarbrücken die SPD mit“ nicht bremsen. Und so ist es auch kein Automatismus, dass Rot-Rot-Grün im Stadtrat fortgesetzt wird und die Grünen für die SPD-Oberbürgermeister-Kandidatin Wahlkampf machen. Spannend!

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