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Die Bierkultur in Saabrücken und die Braukunst Live! in München.

Kolumne „Für Leib und Seele“ : Es sind andere Bier-Zeiten, aber keine schlechteren

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Wenn es stimmt, was ein altes Sprichwort behauptet, dann leben wir in einer Stadt und in einer Region, die in diesem Sinn für viel Zusammenhalt sorgt. Die Bierkultur ist zum Beispiel einige Streifzüge durch die örtliche Gastronomie, aber auch einen Besuch auf der Braukunstmesse in München wert.

Ein Bruch-Bier, ein Grosswald, ein Karlsberg - das ist wie nach Hause kommen. Auch wenn ich gar nicht weg war. Also nicht wirklich weg, sondern nur auf Bier-Reise in einer der Saarbrücker Kneipen, die der Vielfalt huldigen. Davon haben wir einige in der Landeshauptstadt. Im „Hilde&Heinz“ am Anfang der Mainzer Straße kann man zum Beispiel zwischen saarländischem und bayerischem Bier wählen. Außerdem haben Chris und Micha dort einige Craft Biere im Angebot. Craft Beer gibt es auch in der „Stube 8“ im Nauwieser Viertel und im „Old Murphy’s“ am St. Johanner Markt. Bei Murphy gibt es unter anderem auch  Biere aus ganz Deutschland, etwas aus Belgien, Irland und Polen.

Bierkultur heute: Das Saarbrücker Hotel am Triller verbindet Bier und PopArt. Es gibt aber noch viele andere Orte mit Bierkultur. Foto: Martin Rolshausen

Das Triller-Hotel in Alt-Saarbrücken gönnt sich wie die „Wilde Ente“ in Güdingen ein eigenes Hausbier. Die Liste der Orte der Bierkultur ließe sich sicher noch verlängern. Und auch rings um Saarbrücken herum findet man sicher die ein oder andere Kneipe, die mehr zu bieten hat als ein Pils, ein Weizen und ein Alkoholfreies.

Speisekarte Bierakademie. Foto: Martin Rolshausen

Neumodisches Zeug sind solche Orte allerdings nicht. Wenn man auf dem Saarbrücker Regler-Platz zwischen Rathaus und Stadtbibliothek steht, sieht man einige alte Fenster, deren Motive letzte Zeugen eines untergegangenen Orts der Braukultur sind: Früher war hier die Bier-Akademie. Ein SZ-Leser namens Peter Müller hat mir neulich eine alte Getränke- und Speisekarte der Bier-Akademie gezeigt. Die Karte der Biere aus Deutschland reichte von Apostel Eichbaum aus Worms über Dortmunder Kronen Alt, Fürstenberg aus Donaueschingen, Henninger Export aus Frankfurt, Mainzer Actien Bräu und Siechen Export Lux aus Nürnberg bis zum Wicküler Pils aus Wuppertal.  Es gab aber auch dänisches Tuborg, irisches Guinness, Altlas Export aus Holland, Pilsner Urquell aus Tschechien, Clausen und Diekirch aus Luxemburg sowie Kronenbourg aus Straßburg und Champigneulles aus Nancy.

Bierkultur gestern: Die Karte der Saarbrücker Bier-Akademie. Foto: Martin Rolshausen

Das saarländische Bier kam von Gross. Als „stärkstes Bier der Welt“ wurde der Kulminator angepriesen. Die Karte ist schon ziemlich alt. Ich kann nicht genau sagen, wann sie gedruckt wurde. Ein großes Bier vom Fass kostete damals jedenfalls 90 Pfennig. Und auf der Speisekarte fand man noch Köstlichkeiten wie Hummercocktail mit Toast, Russische Eier mit Fleischsalat und Sardellenbrot.

Diese Zeit ist vorbei. Aber früher war nicht alles besser. Was die Biervielfalt angeht, leben wir in einer guten Zeit. Wer nicht nur einen Bier-Ausflug durch die heimische Gastronomie machen will, sondern schauen will, was da bald womöglich sonst noch aus dem Zapfhahn fließt oder im Kühlschrank steht, dem sei eine echte Reise in die Bierstadt München empfohlen. Dort findet an diesem Wochenende eine der spannendsten deutschen Biermessen statt, die „BraukunstLive!“. Im Museum der Münchner Verkehrsbetriebe im Stadtteil Giesing dreht sich am 31. Januar und 1. Februar alles ums Bier. Auf der Messe präsentieren sich traditionelle bayerische Brauereien wie das Münchner Hofbräuhaus und Ayinger ebenso wie wilde Craftbrewer. Danach dann wieder Bruch, Grosswald und Karlsberg. Denn Bier ist Heimat.

Wo und was kann man in unserer Region genießen? Schreiben Sie dem Autor eine E-Mail an m.rolshausen@sz-sb.de, wenn Sie einen Tipp für diese Kolumne haben.