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Die Biene Maja mischt Saarbrücken auf

Tolle Idee, dass der Regionalverband seit neuestem Bienen im Schlossgarten hält. Später soll ihr Honig dann im Touristenbüro verkauft werden. Aber werden auch ihre Arbeitnehmerrechte gewahrt? Das ist ganz klar ein Fall für die Biene Maja und die faule Drohne Willi. Jörg Wingertszahn

Wir wissen ja alle, dass der Stich einer einzigen Hornisse genügt, um ein Pferd zu töten. Aber wussten Sie, dass umgekehrt auch der Biss eines einzigen Pferdes genügt, um eine Hornisse zu töten? Da denkt man gar nicht so drüber nach.


Der Sachverhalt fiel mir wieder ein, als ich erfuhr, dass der Regionalverband Saarbrücken im Saarbrücker Schlossgarten Bienen angesiedelt hat. Die sollen dann "Schloss-Honig" produzieren, den man kaufen kann. Stutzig wurde ich nur, als der Regionalverband in diesem Zusammenhang von 20 000 neuen "ehrenamtlichen" Mitarbeitern sprach. Ehrenamtlich, hä? Wirklich? Das kann doch gar nicht sein, dachte ich mir. Der Gillo, also der Peter Gillo, der Direktor vom Regionalverband, der ist doch von der SPD. Und die SPD beutet doch keine Bienen aus. Die müssen die doch anständig bezahlen. Bienen sind schließlich hoch qualifizierte Facharbeiterinnen. Die brauchen ein ordentliches Beschäftigungsverhältnis mit 35-Stunden-Woche, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und Betriebsrat. Aber auf keinen Fall ehrenamtlich, und bitte nicht den mickrigen Mindestlohn von 8,50. Stattdessen eine Beschäftigungsgarantie.

Man stelle sich vor, die 20 000 Bienen würden eines Tages arbeitslos, weil der Gillo oder andere sagen: "Schluss, aus, Euer Honig schmeckt ja gar nicht. Wir stellen die Produktion ein." Und dann sind 20 000 Bienen ruck, zuck auf Hartz IV. Das wird teuer. Das wird richtig teuer. Da kann der Regionalverband seinen Laden dichtmachen. Damit es nicht so weit kommt, hab' ich die Biene Maja angerufen. Die kommt demnächst mit der faulen Drohne Willi vorbei, um zu gucken, ob es ihren Freundinnen im Saarbrücker Schlossgarten auch gut geht und die Kohle stimmt. Wenn nicht, so hat sie gesagt, kommt sie wieder und bringt den Karel Gott mit. Der würde dem Peter Gillo dann so lange was vorsingen, bis die Bienen richtig Geld kriegen. Anstelle von Peter Gillo würde ich es lieber nicht so weit kommen lassen. Gott kann nämlich richtig nerven.