Der Steuerzahler zahlt die Zeche

Wenn die eigene Mannschaft schon nicht bundesligareif ist, wollen wenigstens gewaltbereite Fans für Furore sorgen. Mehrere 100 Polizeibeamte werden an diesem Wochenende allein in Völklingen benötigt, um den Hooligan-Tourismus zu kontrollieren. Man kann sich ausmalen, was das kostet und wie viele wertvolle Einsatzstunden dafür andernorts verloren gehen. Normalerweise haftet ja bei uns der Verursacher. Aber die Politik traut sich hierzulande offenkundig noch nicht, nach dem Beispiel des Stadtstaates Bremen die Profi-Vereine zu den Kosten heranzuziehen.

Viele Völklinger werden aufatmen, wenn der SV Röchling wieder Herr im eigenen Stadion ist. Auch wenn sie Fußball lieben wie die Kinder, die sich (noch) auf einem Bolzplatz in Fürstenhausen vergnügen. Hier wäre es wirklich schade, wenn ihnen Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) mit seinem Planungsfehler den Spaß verdorben hätte. Ein Ersatz für diesen Platz wird ebenfalls richtig Geld kosten, wenn auch einen weit geringeren Betrag als die schier unüberschaubaren Summen beim Gewährenlassen des Hooligan-Zirkusses. Und eines verbindet diese beiden Fälle: Der Steuerzahler zahlt die Zeche.

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