Der lange Weg zum würdigen Gedenken

Der lange Weg zum würdigen Gedenken

Die Stadt Saarbrücken bekommt einen zweiten Ort des Gedenkens an die von den Nazis ermordeten saarländischen Juden . Nach dem Mahnmal "Der unterbrochene Wald" auf dem Rabbiner-Rülf-Platz werden 2017 vor der Synagoge am Beethovenplatz die Namen von rund 2000 Juden auf drei Stelen verewigt. Aber nicht nur die Namen, sondern auch Todeszeitpunkt und -ort. Gleichzeitig soll der Platz vor der Synagoge aufgewertet werden.

Wir erinnern uns: Nach lauten Protesten gegen das Mahnmal auf dem Rülf-Platz und Bedenken im Stadtrat gab es keine Mehrheit dafür, an der Berliner Promenade die Namen der ermordeten saarländischen Juden anzubringen. Das wäre in unmittelbarer Nähe der Gedenkstätte an einem zentralen Ort die beste Lösung gewesen. Das wollte auch die Synagogengemeinde Saar. Die ärgerte sich erst, dann ging deren Vorsitzender Richard Bermann mit dem Vorschlag eines zweiten Gedenkorts auf die Oberbürgermeisterin zu. Es ist also der Initiative der Synagogengemeinde zu verdanken, dass endlich ein Platz gefunden wurde, auf dem die Namen der Naziopfer veröffentlicht werden. Bermann hat die meisten Schicksale selbst recherchiert. Chapeau! So entsteht doch noch ein würdiger Ort der Erinnerung und Mahnung.

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