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Der Kampf um das Hoheitsrecht auf den Wanderwegen

Wenn rücksichtlose E-Biker Wanderwege unsicher machen : Immer Ärger mit E-Bikern

Sind Mitte 50-jährige E-Mountainbiker die neuen Rowdys auf den Wanderwegen? Scheinbar schon, denn ohne Sinn und Verstand und vor allem ohne sichtliches Talent bewegen sich die elektromotorisierten Hobby-Mountainbiker auf den schmalen Waldpfaden, auf denen sich sonst Naturliebhaber, Ruhesuchende, Familien und Hundefreunde tummeln.

Dabei beanspruchen die E-Biker die Traumschleifen und Premiumwanderwege für sich und pöbeln, wenn Wanderer mit Hund nicht schnell genug auf die Seite springen. So auch am vergangenen Wochenende.

Bei schönstem Wetter waren die Wanderwege im Saarland gut besucht und auch ich war unterwegs mit Hund. Direkt zu Beginn der Wanderung schossen bereits die ersten beiden E-Biker unmittelbar am Zugang des Wanderweges aus dem Waldgebiet auf die Straße und verfehlten dabei nur knapp eine Familie, die gerade auf den Weg einbiegen wollte. Den Vogel abgeschossen hat aber eine etwa 50-jährige Frau, die sich kurz hinter einem Aussichtspunkt eine Schotterpiste hochgemüht hat. Keine Kontrolle über ihr Gefährt und keine Kenntnis von Verhaltensregeln mit Fußgängern schreit sie mich entnervt an, ich solle Platz machen.

Tja, vorbei sind die Zeiten, als die Wanderwege mit talentierten Mountainbikern geteilt werden mussten, die sowohl vom Können als auch von der Kondition her die komplexen Wege angehen konnten und wussten, dass Wanderer nicht einfach vom Weg zu drängen sind. Jetzt müssen Wanderer Rücksicht auf untalentierte Mittfünfziger nehmen, welche der Meinung sind, das E-Bike gebe ihnen das Recht auf Unvernunft.