Der Chef der Saarbrücker Berufsfeuerwehr sorgt weiter für Konflikte

Saarbrücker Feuerwehrchef : Eine Aufgabe mit Nervpotenzial

Diese Gerichtsurteile, die ihr mehrfach rechtswidriges Verhalten im Umgang mit Josef Schun, dem langjährigen Chef der Saarbrücker Berufsfeuerwehr, bescheinigten, haben die Oberbürgermeisterin genervt.

Dann haben sich auch noch Berufsfeuerwehrleute krank gemeldet, weil sie die gerichtliche Anordnung, dass der ungeliebte Chef auf seinen Posten zurückkehren muss, nicht verkraftet haben. Woraufhin es in der Freiwilligen Feuerwehr rumorte, weil die ehrenamtlich den Job, für den die Kollegen bezahlt werden, nun nebenbei noch mitmachen mussten. Und dann die ganzen Fragen, die von Medienvertretern, Parteifreunden und politischen Gegnern wegen all dem gestellt wurden, die haben auch ganz schön genervt. Und das alles auch noch ein paar Wochen vor der Wahl.

Es war so nervig, dass Schun im April für ein halbes Jahr nach Dortmund abgeschoben wurde mit dem Hinweis: Man werde das halbe Jahr nutzen, um eine Lösung zu finden und bis dahin keine Stellungnahme mehr abgeben.

Es ist menschlich verständlich, dass Charlotte Britz die Reißleine gezogen hat. Professionell war es nicht. So wie der ganze Umgang der Oberbürgermeisterin und ihres Sicherheitsdezernenten Harald Schindel mit Josef Schun und dem Konflikt in der Berufsfeuerwehr, zu dem der ungeliebte Chef sicher das Seine beigetragen hat, weit von professionellem Krisenmanagement entfernt war.

Da Oberbürgermeisterwahl ging verloren. Was bleibt ist die Frage: Löst die Oberbürgermeisterin den Konflikt wie angekündigt in Schuns Abwesenheit bis zum Ende Ihrer Amtszeit am 30. September? Oder hat der neue Oberbürgermeister gleich zu Beginn seiner Amtszeit eine Aufgabe mit Nervpotenzial?

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