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Das Saarbrücker Stadion wird teurer und der ÖPNV nicht besser.

Stadion und ÖPNV : Alles ist relativ. Gaaaaanz toll!

Diese Woche habe ich Galileo Galilei kichern hören. Der Mann ist zwar schon fast 400 Jahrte tot, aber als Universalgelehrter ist er irgendwie unsterblich. Auch wegen des Relativitätsprinzips. Das hat Galileo Galilei so erklärt: Die Frage war, ob sich ein Gegenstand an Bord eines fahrenden Schiffes in Bewegung oder in Ruhe befinde.

Die Antwort, sagte der weise Italiener, hänge von der Position des Beobachters ab. Sei der Beobachter an Bord des Schiffes, bewegt sich der Gegenstand nicht. Steht der Beobachter aber am Ufer, dann ist der Gegenstand zusammen mit dem Schiff in Bewegung. Das Fazit: Alles ist relativ. Daran hat sich nichts geändert. Zwei Beispiele:

Die Sanierung des Ludwigsparkstadions wird zwar gut doppelt so teuer, wie das mal vorgerechnet wurde. Dafür nehmen wir Sonderkredite auf und versprechen, dass kein Geld für Kitas und Schulen fehlen wird. Es läuft. Kein Grund, die Oberbürgermeisterin, den Bau- und den Sportdezernenten zu fragen, ob sie überfordert sind. So sieht man das wohl, wenn man es vom Rathaus aus betrachtet. Von außerhalb betrachtet, stellt sich diese Frage allerdings schon.

Beispiel zwei: Saarbrücken ist eine Stadt, in der man gut mit dem Auto unterwegs ist, weil es genug Parkraum und keine richtigen Staus gibt. Es ist schwierig mit einem besseren Bus- und Saarbahnverkehr, weil den gar niemand wirklich braucht. So sieht man das, wenn man es aus der Chefetage der Stadtwerke betrachtet. Wenn man kein Geld für ein Auto hat oder einfach ohne Auto leben will, oder mal wieder den gierigen Parkscheinautomat füttert oder eben doch im Stau dumm rumsteht – dann ist einem wurschtegal wie klug dieser Galileo Galilei war.