Das Köllertal-Wetter: Das Köllertal liegt inmitten eines „Gewittersumpfs“

Das Köllertal-Wetter : Das Köllertal liegt inmitten eines „Gewittersumpfs“

Erst in der nächsten Woche deutet sich eine nachhaltige Änderung der Großwetterlage an, wodurch erfrischende Atlantikluft einströmen kann. Der Juni wird unbeständiger und kühler.

Die latente Unwettergefahr nimmt einfach kein Ende. Seit Mittwoch hat sich erneut die gleiche Gewitterlage wie zum Monatswechsel eingestellt, denn auf der Vorderseite des Tiefs Xisca über Frankreich hat sich eine Tiefdruckrinne aus Südwesten nach Deutschland geschoben, die schwüle, energiereiche und sehr feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum zu uns strömen lässt.

Somit liegen wir mitten in einem so genannten „Gewittersumpf“, denn wegen der nur schwachen Höhenströmung ziehen die Gewitterzellen nur sehr langsam und bringen lokal sehr viel Regen. Dabei hat Eiweiler am frühen Mittwochabend eines der schwersten Hagelunwetter der letzten Jahrzehnte erlebt, als sich die drückend-schwüle Hitze mit Blitz, Donner und Starkregen entladen hat. Das Unwetter zog langsam aus Osten heran und brachte innerhalb einer Viertelstunde 18 Liter Regen auf den Quadratmeter und starken Hagelschlag mit Korngrößen von zwei bis drei Zentimetern. Letztmalig trat in Eiweiler vor 15 Jahren Ende Mai ein ähnlich starkes Hagelunwetter auf.

Verantwortlich für die eingefahrene Großwetterlage ist die Tatsache, dass sich die Hochs über Nordeuropa schon seit Wochen die Klinke in die Hand geben, während ein ortsfestes Höhentief über Spanien immer wieder feuchte Warmluft nordwärts pumpt. Das derzeitige Hochdruckbollwerk Youenn über Osteuropa und Wilfried über dem Nordmeer blockiert mit vereinten Kräften alle Tiefausläufer vom Atlantik, die für einen Luftmassenaustausch sorgen könnten.

Erst in der nächsten Woche deutet sich eine nachhaltige Änderung der Großwetterlage an, wodurch erfrischende Atlantikluft einströmen kann. Der Juni wird unbeständiger und kühler. Die Tiefdruckdynamik über dem Nordatlantik nimmt zu, und das bisher gestörte Zirkulationsmuster (Ost-West) wird sich mit einer einstellenden Westwindströmung wieder normalisieren.

Heute und am Wochenende verbleiben wir noch in einer schwülen und gewitterträchtigen Luftmasse im Bereich der Tiefdruckrinne von Tief Xisca. So ist es heute wolkig mit kräftigen Schauern und Gewitter, die örtlich wieder starke Regengüsse bringen können, und die Temperaturen liegen um 24 Grad. Morgen ist es teils heiter, teils bewölkt, wobei die mächtigen Quellwolken nachmittags und abends erneut für Gewittergefahr sorgen bei schwül-warmen 26 bis 28 Grad. Am Sonntag ist es längere Zeit sonnig und trocken bei Temperaturen um 27 Grad, erst abends sind gewittrige Schauer möglich.

Zu Wochenbeginn baut sich die Wetterlage um. Nach freundlichem Beginn greift am Montag eine Kaltfront mit schauerartigen Regenfällen aus Nordwesten über. In der Folge dreht die Strömung auf West bis Nordwest und es bleibt wechselhaft mit Schauern, die Temperaturen gehen auf 18 bis 22 Grad zurück.

In den vergangenen Tagen ist auch unsere Region von heftigen Gewittern heimgesucht worden. SZ-Leser Günter Endres aus Riegelsberg hat uns diese Gewitterimpressionen aus dem oberen Köllertal zugesandt. Entstanden ist die Aufnahme am Abend des 30. Mai. Wie unser Wetterbericht zeigt, bleibt es zunächst auch weiter „gewittrig“. Foto: Günter Endres

Der zu Ende gegangene Mai war bei einem Mittelwert von 15,6 Grad bereits ein echter Sommermonat.  Und er war mit einer positiven Abweichung von 3,1 Grad der zweitwärmste Mai der Messreihe in Eiweiler hinter dem Jahr 1989. Eine Monatssumme von 62 Liter Regen auf den Quadratmeter bedeutet ein Defizit von rund 20 Prozent.

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