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So kann’s gehen
Nach der Schultüte ging’s bergab

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wissen die Erstklässer, die vor Kurzem eingeschult wurden, eigentlich, was sie noch in den nächsten Jahren erwartet? Unserem Autor war es damals nicht klar. Das zwang ihn zu einer Entscheidung. Von Jörg Wingertszahn

Süß sind sie, die kleinen Abc-Schützen, die sich seit drei Wochen jeden Tag auf den Weg in die Schule machen. Da kommen Erinnerungen hoch an den eigenen ersten Schultag. an die dunkelblaue Schultüte mit dem lustigen kleinen Männchen drauf, das eine gelbe Mütze auf hatte. Und was da erst alles drin war. Schon Wochen vor dem ersten Schultag durfte man sich wünschen, was denn alles in die Tüte sollte. Bonbons natürlich, Gummibärchen auch und viele, viele Buntstifte aus Holz und Filzstifte. Wir alle hatten wirklich unseren Spaß an diesem ersten Tag. Der Klassenraum hat mir allerdings von Anfang an nicht gefallen. Da waren viel zu viele Kinder drin, auf die Lehrerin hätte ich auch verzichten können. Das war schon am ersten Tag so. Als mir dann am zweiten Tag schmerzlich bewusst wurde, dass ich da nun jeden Tag hin sollte und das auf Jahre hinaus, traf ich eine Entscheidung. Kaum hatte mich meine Mutter in der Klasse abgegeben, bin ich ausgerückt. Und das drei Tage lang hintereinander. Da half es auch nichts, dass die Lehrerin uns kleine Kästchen mit bunten Plättchen geschenkt hat. Wir sollten nämlich damit arbeiten. Mengenlehre hieß das damals und war ziemlich umstritten. Am vierten Schultag haben meine Eltern mir dann noch mehr Buntstifte geschenkt und inständig gefleht, nicht mehr abzuhauen. Da hab’ ich nachgegeben.