Das Bad und der Märchenprinz

Es war einmal eine Gemeinde im Köllertal, die hatte ein wunderschönes Schwimmbad. Schwimmen mit Dach über dem Kopf oder Schwimmen unter freiem Himmel - beides konnte man im Heusweiler Kombibad genießen.Aber: Seit 23. Oktober 2007 ist das Hallenbad geschlossen, das Freibad hatte kurz zuvor dichtgemacht.

Seither gammelt das Gelände samt Bebauung vor sich hin. Die Frage, wie es dort weitergeht, konnte oder wollte jahrelang keiner beantworten.

Im Sommer vergangenen Jahres tauchte dann ein möglicher Investor auf. Wobei auftauchen eigentlich das falsche Wort ist. Der Mann, so viel ist zumindest bekannt, trat nie öffentlich in Erscheinung, es war nur von ihm und über ihn die Rede. Ein Märchenprinz schien gefunden, der das Areal aus seinem Dornröschenschlaf wecken könnte. Auf der rund vier Hektar großen Fläche wolle er einen Sport- und Gesundheitspark errichten. Mit Fitnessbereich, Massage- und Therapieräumen, Gastronomie, Sauna, Multifunktionsspielfeld, hieß es. Und die Gemeinde meldete, sie würde gern zusätzlich entlang der Straße Am Schwimmbad Baugrundstücke für vier oder fünf Wohnhäuser schaffen. Und dann passierte - nichts. Monatelang nichts.

Statt Taten machten Gerüchte die Runde. Dem geheimnisvollen Investor sei das Geld ausgegangen, pfiffen die Spatzen in Heusweiler von den Dächern. Aus dem Rathaus waren derweil Durchhalteparolen zu vernehmen. Tenor: Der Investor habe ein seriöses Konzept vorgelegt und halte an diesem Vorhaben fest. Jetzt ist dem Gemeinderat der Kragen geplatzt.

Er stellt Mister X ein Ultimatum: Zwei Monate hat dieser Zeit, einen Grundstücksvertrag zu unterschreiben. Tut er das nicht, solle die Verwaltung das Schwimmbadgelände als Bauland erschließen lassen. Wie es aussieht, halten viele in Heusweiler die Lösung mit dem Sport- und Gesundheitspark für ein Märchen. Für ein Märchen ohne Happyend.