1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Kolumnen

Corona bringt ein Weihnachten wie bei "Kevin - Allein zu Haus"

Kolumne So kann’s gehen : Weihnachten wie bei den McCallisters

Dieses Weihnachten fühlt sich unser Autor ganz wie der Held aus seiner Kindheit. Auf einige Gemeinsamkeiten kann er jedoch gut und gerne verzichten.

Weihnachten ist gerettet. Pünktlich an Heilig Abend läuft im Fernsehen wieder der Kultfilm meiner Kindheit. Und bereits jetzt fühl ich mich dem Protagonisten „Kevin McCallister“ so nah wie noch nie zuvor. Schließlich wird es auch bei mir ein Weihnachten ohne Familie werden. Grund dafür, dass ich und meine Partnerin „allein zu Haus“ den Heilig Abend verbringen sind jedoch nicht wie im Film völlig überforderte Eltern, die uns im vorweihnachtlichen Chaos einfach so zu Hause vergessen, sondern – es lässt sich bereits erahnen – das Coronavirus. Zu viele Familienmitglieder würden sich sonst auf zu engem Raum drängen. Das Risiko jemanden unwissentlich anzustecken, ist dann doch einfach zu groß.

Und genau wie „Kevin“, sehe ich in dieser weihnachtlichen Ausnahme-Situation zunächst durchaus Vorteile. Keine hektischen Vorbereitungen in der Küche und die Befürchtung doch zu wenig für das Weihnachtsessen organisiert zu haben, kein Streit darum, wie oft „Last Christmas“ maximal hintereinander im CD-Player laufen darf, und vor allem kein Streit über Politik. Dieses Thema kommt ja zwangsläufig immer irgendwann bei großen Familienzusammenkünften auf und führt fast immer zu einer Stimmung, die alles andere als weihnachtlich ist. Alles in allem scheint dieses Weihnachten das erste Mal wirklich ein „besinnliches“ zu sein. Corona sei’s gedankt! Auch so ein Satz, den sich wahrscheinlich keiner vor einem Jahr so hätte vorstellen können, zu sagen.

Ganz so wie im Kultfilm meiner Kindheit soll es zu Weihnachten dann aber bitte auch nicht werden. Auf Einbrecher kann ich nämlich gut verzichten, zumal ich nicht einmal annähernd so einfallsreich und handwerklich begabt bin wie „Kevin“, um diese wieder in die Flucht zu schlagen. Und ja, seien wir ehrlich: Am Ende wünsche ich mir wahrscheinlich wie er doch wieder ein Weihnachten zusammen mit der Familie. So gesehen fühle ich mich bereits jetzt wie „Kevin - Allein zu Haus“.