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Café Schubert bringt in Saarbrücken eine Amadeus-Kugel auf den Markt.

Amadeus- und Mozartkugel : Konditorei rockt den Amadeus

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Wenn es stimmt, was ein altes Sprichwort behauptet, dann leben wir in einer Stadt und in einer Region, die in diesem Sinn für viel Zusammenhalt sorgt. Manchmal ergänzen sich kulinarische und kulturelle Genüsse in besonderer Weise. Amadeus hat die Fantasie da schon öfter angeregt.

Wenn Menschen ihren Beruf lieben, dann ist das meistens nicht nur gut für sie selbst. Alf Walburg zum Beispiel ist Konditor im Saabrücker Café Schubert. „Du musst diesen Beruf lieben“, sagt er. Und wie er das sagt, muss man ihm das einfach glauben. Denn diese Freude am Job hat gerade wieder etwas ins Rollen gebracht, im wahrsten Sinne des Wortes. Zusammen mit seiner Chefin, Karin Schubert-Hintze, hat Alf Walburg eine Amadeus-Kugel entwickelt. Während in der Schubert-Kugel, einem Klassiker der Saarbrücker Konditorei, Rum ist, kommt die Amadeus-Kugel alkoholfrei daher. Trüffel ohne Alkohol seien eh ein Trend, sagt Karin Schubert-Hintze. Klar sei gewesen: Die Füllung muss kreativ und cremig sein, also nicht so trocken wie die meisten Industrieprodukte. Alf Walburg hat sich für eine zweischichtige Honig-Mandel-Füllung entschieden. Drumherum ist dunkle, edelherbe Schokolade. Das Ganze wird dann noch mit Goldstaub gepudert. Kreativ sein, das sei ganz wichtig in diesem Beruf, sagt Alf Walburg. Wobei das Schubert-Team in diesem Fall Inspiration von jemand bekommen hat, der seinen Beruf auch liebt: von der Öffentlichkeitsarbeiterin des Saarländischen Staatstheaters, Monika Liegmann. Das Theater startet am 7. Februar Peter Shaffers „Amadeus“, ein Schauspiel mit viel Musik. Die Idee, dazu etwas Süßes zu kredenzen, habe man gerne aufgenommen, sagt Karin Schubert-Hintze. Es gebe eine „große Liebe und Verbundenheit zum Theater“, versichert sie. Alles andere hätte mich gewundert. Wobei: Vor knapp 13 Jahren hat mich ein anderer Pralinenhersteller überrascht. Auf die Gefahr hin, dass er das Weltbild einiger seiner Kunden erschüttere, hat mir Martin Fürst in Salzburg erzählt,  er sei da  ganz offen: „Ehrlich gesagt: Ich höre gar nicht gerne Klassik.“ Martin Fürst ist der Ururenkel des Erfinders der Mozartkugel.  Darf der so etwas zugeben? „Klar“, hat er gesagt – und setzte noch einen drauf: „Ich habe ja auch keine Mozartkompetenz.“ Über Musik und das Werk des großen Amadeus sollen andere reden, fand Fürst. Sein Job sei es, gute Pralinen zu produzieren. Dass sein Rezept die Jahrhunderte überdauern würde, hatte der Salzburger Konditor Paul Fürst wohl nicht vermutet, als er 1890 die ersten Kugeln aus Marzipan, Pistazien, Haselnüssen und Kakao formte und sie mit Schokolade überzog. Die Pralinen nach Mozart zu benennen, sei aus heutiger Sicht eine geniale Idee gewesen, sagte Martin Fürst. Als sich sein Ururgroßvater für diesen Namen entschied, sei „Mozart aber noch nicht so eine Vermarktungsmaschine gewesen wie heute“. Auch wenn der große Namensgeber nicht mehr ganz frisch ist: Die Fürst-Mozartkugeln und die Amadeus-Kugeln von Schubert verbindet ein Anspruch: mit frischen und hochwertigen Zutaten arbeiten. Ein solches Produkt, warnt Karin Schubert-Hintze, gehöre auch nicht in den Kühlschrank. Das tue der Kugel nicht gut. Monika Liegmann schwärmt derweil von Amadeus im Theater, von „brillanten Hauptdarstellern und prunkvollen Kostümen“. Auch das klingt nach Menschen, die ihren Beruf lieben.

So sieht die Amadeus-Kugel von innen aus. Foto: Martin Rolshausen. Foto: Martin Rolshausen

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