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Bus-Stopp mal anders

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ARRAY(0x83e5d18) FOTO: Robby Lorenz
So kann's gehen. Manche Jugendliche sind doch viel besser als der Ruf ihrer Generation. Dessen konnte sich SZ-Redakteur am Rabbiner-Rülf-Platz überzeugen. Thomas Feilen

Hätte eine liebe Freundin nicht auf der Bank auf dem Rabbiner-Rülf-Platz gesessen und auf ihren Bus gewartet, wäre uns beiden eine beachtliche Szene entgangen. Ins Gespräch vertieft wäre uns der junge Mann vermutlich gar nicht aufgefallen. Aber wegen seines roten T-Shirts und des markanten Gesichts mit dem sehr gepflegten Vollbart drängte er sich irgendwie in unser Blickfeld. Mehr aber wegen seines olympiaverdächtigen Antritts zum Spurt an den schon zur Abfahrt bereiten Bus. Mit schnellen Schritten gelangte er denn auch rechtzeitig an die Tür und konnte sich der Fahrerin bemerkbar machen. Diese öffnete nochmals die Vordertür und wollte dem jungen Mann Einlass gewähren. Aber, weit gefehlt! Der Rot-Runner war gar nicht aus Eigennutz zum ÖPNV-Fahrzeug gesprintet. Er tat das, um einem leicht gehbehinderten Mann es noch zu ermöglichen, "seinen" Bus zu bekommen. Und das gelang. Vor allem wegen des jungen Mannes in Rot. Übrigens nicht nur zu unserem Erstaunen, sondern auch zu dem seines etwa gleichaltrigen Begleiters - der aber in Blau-Grau.