Bürger werden übergangen

Bürger kämpfen bereits seit 2013 gegen ein Großbordell in Fenne. Nun wird es in aller Stille genehmigt - bereits am 10. Juni. Die Pressemitteilung trifft am Freitag, 12. Juni, ein - kurz bevor das Rathaus Feierabend macht.

Ganz egal, ob Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) nun tatsächlich alternativlos war oder nicht: Schon allein die Höflichkeit hätte ein Gespräch mit der Bürgerinitiative erfordert. Fragt sich nur, wo frühere flammende Bordellgegner wie CDU-Fraktionschef Klaus Rabel in der Zwischenzeit abgeblieben sind.

Es rumpelt beim Dialog mit den Bürgern in Völklingen. Politiker neigen immer noch zu ganz eigenen Methoden der Zwangsbeglückung: Siehe die gebundene Ganztagsgrundschule auf dem Heidstock, die SPD und Linke gegen die große Mehrheit der Eltern durchpeitschen wollen. In der Kettelerstraße in Wehrden haben Anlieger einen teuren Komplett-Neuausbau der Gehwege gerade noch abwehren können. Jetzt überrascht sie ein neuer Coup. Nachdem ihre Straße bereits bei Kanalbauarbeiten umgepflügt wurde, werden jetzt auch noch Versorgungsleitungen neu verlegt.

Und dann gibt's ja auch noch das Politiker-Getöse um die Verlagerung des Berufsbildungszentrum vom Bachberg in die Völklinger Innenstadt. Jeder Streithahn gibt da vor, ganz genau zu wissen, was gut für die Stadt ist. Was Schüler umtreibt, wie sie sich verhalten (oder auch nicht). Und was ihnen letztlich frommt. Bei den Schülern, über die man redet, handelt es sich in der Regel bereits um junge Erwachsene. Heute hat zumindest die SZ mal Betroffene selbst gefragt (siehe obigen Bericht).

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