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Beamen klappt leider noch nicht

Unsere Woche. Bernhard Geber

Das Herz von Gerold Fischer schlägt für die gebundene Ganztagsgrundschule. Dennoch ist der Grünen-Kommunalpolitiker, in Völklingen als langjähriger Schulleiter wohlbekannt, derzeit dagegen, sie auf dem Heidstock einzuführen. Ausschlaggebend ist bei ihm das ungute Gefühl, "diese Einrichtung würde den Heidstock spalten".

Wird da eine Bürgerinititiative von der NPD gesteuert? Dafür fehlen Anhaltspunkte. Auch die zweiseitige Petition, die Nicole Kreis jüngst vorlegte, argumentiert in durchweg sachlichem Ton. Wenn die SPD an ihre eigene Theorie glaubt, sollte sie sich zumindest überlegen, ob sie in ihrem Reformeifer ein bürgernahes Feld ungeliebten Kräften überlassen will.

Allerdings ist auch der von der CDU vertretene Kompromissvorschlag ungeeignet. Die Christdemokraten wollen zunächst mit einer Ganztagsklasse auf dem Heidstock starten. Schulleiterin Heike Schmidt-Petersohn hat glaubhaft versichert, dass dies in der Schule mit ihren nur zwei Klassen pro Jahrgang nicht machbar ist. Das Problem beginnt offensichtlich schon damit, dass nicht abzusehen ist, wie viele Eltern sich für welches System entscheiden.

Es wäre schön, wenn es die technische Möglichkeit gäbe, die Grundschule Heidstock mitsamt ihren engagierten Lehrkräften einfach in die Innenstadt zu beamen. Aber wir sind halt noch nicht mit Raumschiff Enterprise unterwegs.

Die einzige Lösung heißt: Bedenkzeit. Das schließt aber ein, dass die Stadtverwaltung ihre Hausaufgaben erledigt. Kurt Kasper, zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus, gilt als hervorragender Planer und Organisator - vorausgesetzt, dass Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) ihm die nötige Rückendeckung gibt. Die Mühlgewannschule im Stadtkern wird bald frei. Auch das wäre eine Option.