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Kolumne So kann’s gehen
Kohlers Klima-Schonkost

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Der Tag begann mit dem unguten Gefühl. Es stellt sich immer ein, wenn Umweltbewusstsein und Bequemlichkeit in mir zanken. Laufen oder fahren? Bequem zum Ziel tuckern oder doch lieber in den tiefer gelegenen Teil meines Wohnortes wetzen. Von Frank Kohler

Klar: Wer den ersten Termin des Morgens im feinen, aber kleinen Dorf hat, sollte dafür nicht den Wagen anwerfen. „Aber es ist doch so furchtbar kalt“, winselte mein innerer Schweinehund. Und jedes Grad unter der Null-Grad-Marke stärkte ihn wie Kraftfutter. Also trottete ich, vom Gebrumm meines schlechten Gewissens begleitet, zur Garage, tat mir das tadelnde Nageln meines Diesels an und fuhr los, nur um ihn kurz darauf schon wieder verstummen zu lassen. Wieder daheim angelangt, war zwar den ersten Pflichten Genüge getan. Das Gewissen gab aber immer noch keine Ruhe. Also ließ ich mein Gehirn rattern auf der Suche nach einer Sühne für meine morgendliche Klimasünde. Schließlich durchzuckte ein Geistesblitz die Nervenbahnen. Der Wagen würde an diesem Morgen nur noch eine Fahrt machen. Keine motorzermürbende Kurzstrecke innerhalb Kleinblittersdorfs, versteht sich. Und danach sollte das Auto den ganzen Arbeitstag über stehen bleiben.


Das Gemüse, für das ich eigentlich noch mal ein paar Kilometer fahren wollte, besorgte ich mitten in St. Arnual, trug den Pappkarton durch den dörflichen Stadtteil und bewegte unsere Dieselkutsche erst wieder für die Fahrt in den Feierabend. An Bord: die Bio-Fracht und ein gutes Gefühl. Dieses Gemüse würde besonders gut schmecken.