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Neue Literatur-Reihe im Nauwieser Viertel: Aus Freude an Sprache und hintersinnigem Witz

Neue Literatur-Reihe im Nauwieser Viertel : Aus Freude an Sprache und hintersinnigem Witz

In Ralph Nermerichs Nautilus-Bar im Viertel kann man sich fühlen wie an Bord von Kapitän Nemos legendärem U-Boot. Germaine Paulus, Nanuuk Röhr und Isa Theobald starten dort heute ihre Literatur-Bühne „Unterdeck“.

Im Dunkeln fürchten wir uns. Zumindest die meisten von uns Menschen fühlen sich in der Finsternis nicht wohl. Dunkle Ecken in der Stadt sollen beleuchtet werden, wird immer mal wieder gefordert - damit das Sicherheitsgefühl steigt. Dabei ist es in unserer Städten so hell wie nie zuvor. So hell, dass Wissenschaftler von Lichtverschmutzung sprechen. Sie hat Auswirkung auf das Leben - vor allem auf das von Tieren. Ihnen nimmt das unnatürlich viele Licht mitunter die Orientierung.

 Es mag sein, dass ich mich irre, aber ich habe den Eindruck, dass uns Menschen eine besondere Form des Lichts die Orientierung nimmt: das Licht, das von den Displays unserer Handys, Tablets und Computer ausgeht. Immer erreichbar, immer online, immer mit allen verbunden, nichts verpassen - ist da nicht die Gefahr groß, dass ein Mensch die Verbindung zu sich selbst, das Gleichgewicht verliert?

Diese Frage kann nur jeder für sich beantworten. Mir tut es aber gut, immer mal wieder längere Zeit offline zu sein, mich nicht ablenken zu lassen von dem, was über ein Display oder einen Bildschirm flackert, mich auf etwas ganz einzulassen. Wie Germaine Paulus, Nanuuk Röhr und Isa Theobald das machen, weiß ich nicht. Aber sie bieten ab heute an jedem ersten Donnerstag im Monat einen Zufluchtsort - raus aus der grellen digitalen Welt, rein in ein Universum voller fantastischer Gedanken, literarischer Abenteuer.

„Unterdeck“ nennen die Drei ihre neue Veranstaltungsreihe in der Nautilus-Bar in der Försterstraße im Nauwieser Viertel, zu der sie jeweils einen Gast einladen. Heute, zum Auftakt, ist das Christian von Aster. Der mehrfach ausgezeichnete Drehbuchautor, Schriftsteller, Regisseur, Schauspieler und Sprecher definiert seine Arbeit über „Freude an Sprache und hintersinnigem Witz“. Die „eierlegende Wollmilchsau der deutschen Autorenszene“ nennen ihn die Unterdeck-Gastgeber. Sie selbst leiten die „literarische Unterhaltung zwischen Lesung und Poetry-Slam“ mit einem eigenen „kleinen Vorprogramm“ ein. Los geht es um acht, Einlass ist um sieben. Ich glaube, man muss sich davor nicht fürchten.

Kontakt zum Autor dieser Kolumne: E-Mail m.rolshausen@sz-sb.de