Im Sitzen schmökern : Nur so lange der Vorrat reicht

Seit mein Sessel weg ist, tue ich etwas, was ich noch nie getan habe: Ich blättere in Katalogen von Möbelhäusern. Da „mein“ alter Sessel aus gelbem Kunststoffleder in meiner Lieblingsbuchhandlung aussortiert wurde (Urteil: „durchgessen“) und dort nun bei Wasser und Brot sein Dasein im Keller fristet, mache ich mich auf die Suche nach einem adäquaten Ersatz.

Nicht dass ich einen Sessel kaufen wollte. Mir geht es vielmehr darum, der Geschäftsführung besagten Buchladens Vorschläge für ein neues Modell zu machen.

Wichtig ist mir, dass er eine hohe Rückenlehne hat. Hab’s doch so oft im Kreuz. Natürlich braucht der Sessel auch zwei ziemlich breite Armlehnen. Die Sitzhöhe sollte auch passen. Ich bin 1,78 Meter groß, das muss bedacht werden, nicht, dass ich nachher darauf hocke wie ein Affe auf einem Schleifstein. Und dann die Farbe. Mein alter Sessel war sonnenblumengelb. Ich könnte mich aber auch für was anderes erwärmen. Vielleicht wie mein neues Brillengestell, das ist havannabraun. Mahagoni würde mir als Farbe auch gut gefallen. Im Internet bin ich auf ein Modell gestoßen – einen Ohrensessel – mit großen bunten Blumen aus weiß und rot. Lieber nicht, ist mir zu kitschig. Mag es eher klassisch. Dann doch lieber dieses Sonderangebot von Familiensessel. Kostet 399 Euro, sieht aber saubequem aus. Außerdem erfüllt er alle meine Anforderungen. Da kann man sich schön reinlümmeln und Comics lesen.

Die Zeit drängt aber. Nur so lange der Vorrat reicht, heißt es. Am 19. August läuft das Angebot dann aus. Wenn die Geschäftsführung meines Buchladens sich jetzt einen Ruck geben will, verrate ich auch, wo es den gibt. . .