Attacke endet als Rohrkrepierer

Unsere Woche · Über Straßennamen lässt es sich trefflich streiten. Wir erinnern uns an die Zufahrt zum ZF-Gelände, die der Bezirksrat Mitte 2015 "Graf-von-Soden-Straße" nennen wollte. Erst nachdem der Historiker Stefan Weszkalnys die Politiker darauf aufmerksam machte, dass der Mann bei ZF Zwangsarbeiter beschäftigt hatte, wurde daraus die "Friedrichshafener Straße".

 ARRAY(0xa226548)

ARRAY(0xa226548)

Foto: Robby Lorenz

Nun gibt's wieder Ärger. SPD-Fraktionschef Peter Bauer griff im Stadtrat seine Genossin Bezirksbürgermeisterin Christa Piper und den Bezirksrat an. Die Namen für die ersten Straßen im Neubaugebiet Franzenbrunnen hätten zu wenig Bezug zur Stadt. Dann müsste er auch den Beethovenplatz umbenennen, konterte Herrmann Hoffmann (CDU ). Der Bezirksrat hatte einstimmig entschieden, mit den Namen an die leidvolle deutsch-französische Geschichte zu erinnern und die Berliner Friedensaktivistin Hedwig Dohm , die Maler August Macke und Franz Marc sowie den französischen Komponisten André Caplet ausgewählt. Vom Franzenbrunnen ist Frankreich ganz nah. Es ist ein guter Ort, um an Krieg und Versöhnung zu erinnern. Piper nahm den Angriff Bauers gelassen. Er wisse, dass der Bezirksrat über Straßen entscheide. Auch der Stadtarchiv-Chef habe keine Einwände. So lief Bauers Attacke zu Recht ins Leere.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort