Angstschweiß an der Kasse

SZ-Mitarbeiterin Traudl Brenner fürchtet sich vorm Bezahlen.

Notizzettel abgearbeitet, Wägelchen voll, alles gefunden: Eingekauft hätten wir beim Discounter ja flott - wenn die Sache mit den Kassen nicht wäre.
Jüngstes Beispiel: Drei Kassen gibt es. Leider ist nur eine besetzt. Vor mir sieben Leute, die bezahlen möchten. Hinter mir gefühlte zehn. Die Frau an der Kasse zieht rasend schnell Artikel für Artikel über den Scanner - fertig. 13 Euro will sie haben. Die Kundin sucht die Scheckkarte. Schiebt sie ein - verkehrt herum. Noch ein Versuch. Es klappt! Nun muss sie noch schnell ihre Einkäufe einsammeln - geschafft. Nächste Kundin. Eilt sich sehr. Will bar zahlen, findet aber das passende Geld nicht. Großer Schein. Ach Himmel, und die vielen kleinen Pfennige! Irgendwann ist sie fertig. Nächster! Und noch jemand.

Und dann bin ich dran! Schnell, schnell, Zeug aufs Band - ich will ja nicht so tranig sein wie die anderen. Zwei Jungs stehen hinter mir, jeder ein Fläschchen in der Hand. "Ihr könnt vor", sage ich großzügig. Der Grund ist aber, dass ich dann nicht so hektisch auflegen müsste. Aber die hören nix, Ohren verstöpselt, die Füße wippen - offenbar im Takt der Musik, die man nicht hört ohne die Stöpsel.

Schon greift sich die Frau an der Kasse mein Zeug, zack, zack, zack - da fällt mir was runter. Oben türmen sich die Einkäufe und wollen in mein Wägelchen. Der Schweiß bricht mir aus. "18 Euro und 27 Cent", sagt die coole Frau an der Kasse. Was mach' ich jetzt? Weiter einräumen? Oder erst bezahlen? Da greift einer der Ohrenstöpsel-Jungs zu und befördert meine Einkäufe ins Körbchen. Super. Als ich endlich in jeder Hinsicht fertig bin, steuert eine junge Frau auf eine andere Kasse zu und ruft: "Sie können auch bei mir bezahlen." Und alle rennen hin.