An der Uni treiben Studierende den noch jungen Mannschaftssport Jugger

Serie Sagen Sie mal : An der Uni blüht ein noch junger Sport mit Ball und Stöcken auf

Im Hintergrund dröhnt rhythmisches Trommeln aus einem Lautsprecher. Die Spieler der „Keulen-Eulen“ stehen sich in zwei Reihen gegenüber. In der Mitte der Uni-Turnhalle liegt ein länglicher Spielball.

Auf das Kommando eines Spielers stürmen die beiden Reihen aufeinander zu. Sie alle wollen an den Spielball. Um die anderen davon abzuhalten, prügeln sie mit langen Stäben aufeinander ein. Einer der Spieler und gleichzeitig einer der Trainer der Uni-Mannschaft ist der 32-jährige Philipp Burger.

Sagen Sie mal - Teil 9: Jugger

Sag mal, tut das nicht weh?

Burger: Also eigentlich nicht, das sind ja gepolsterte Stäbe, die wir da haben. Und wenn man einigermaßen aufpasst und sich unter Kontrolle hat, dann tut das eigentlich auch nicht weh.

Und warum verprügelt ihr euch mit gepolsterten Stäben?

Burger: Das ist ein Mannschaftssport, der heißt „Jugger“. Da geht’s darum, die Gegner mit diesen gepolsterten Stäben abzuschlagen und zu blockieren, dann müssen die aussetzen. Das gibt es seit Mitte der Neunziger. Es entstand aus einem Film und wurde dann von Rollenspielgruppen nachgemacht. Das hat sich dann irgendwann richtig verselbstständigt, wird mittlerweile weltweit gespielt als Sport und hat eigentlich mit den Ursprüngen, bis auf ein paar Begrifflichkeiten, fast nichts mehr zu tun. Und, ja, das wird mittlerweile kompetitiv gespielt, es gibt eine Riesen-Community, die ein Regelwerk herausgibt, und es gibt eigentlich jedes Wochenende irgendwo ein Turnier in Deutschland oder auf der Welt, wo man hinfahren und gegeneinander spielen kann.

Und wer gewinnt am Ende das Spiel?

Burger: Da gibt es diesen Spielball, den nennt man „Jug“, und der muss einfach in das „Mal“ des Gegners gesteckt werden, das ist so ein kleiner Schaumstoffkringel. Da steckt man das einfach rein, dafür kriegt man einen Punkt, und wer nach einer gewissen Zeit die meisten Punkte hat, der hat gewonnen.

Videos zu allen Teilen der Serie „Sagen Sie mal“ gibt es im Internet.

www.saarbruecker-zeitung.de/videos-sagensiemal

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