Silvester : All die schönen Tugenden

Das war es diese Woche dann mit Weihnachten. Und nun blicken wir stramm Richtung 2019. Was  gelegentlich mit etwas Wehmut einher gehen mag. Wenn etwa das zu Ende gehende Jahr freudige Ereignisse und wunderbare Überraschungen mit sich brachte.

Man will es dann einfach noch nicht verabschieden. Was bringt das neue Jahr mit sich?  Eine gute Portion Ärger und Unheil, oder doch mehrheitlich vergnügliche Stunden? Gut, dass man es nicht weiß.

Nur eines, das weiß ich: Ich will nicht mehr gemaßregelt werden von Gruppierungen, die meinen, die Vernunft abonniert zu haben. So begegnet uns beispielsweise in Facebook eine „Futter statt Böller“-Community. Das Anliegen dieser Gruppierung an alle Mitmenschen: keine  Raketen und Kracher kaufen, sondern Leckerli für Vierbeiner, die beispielsweise im Tierheim ihr Leben fristen. Das kann man gut finden oder sich mal wieder ärgern über Leute, die das schlechte Gewissen zu mobilisieren versuchen.

In der Richtung reicht’s mir eigentlich. Ich kaufe schon keine  Plastiktüten mehr, weil ich keine Fische umbringen und das Meer nicht vermüllen will. Ich esse nur noch Freiland-Eier, weil ich an und für sich die Hühner achte. Ich rauche nicht mehr, weil ich anderen Menschen keinen Schaden zufügen möchte. Ich esse auch an etlichen Tagen kein Steak, um dem Klimawandel keinen Vorschub zu leisten. Und ich benehme  mich in der Öffentlichkeit kein bisschen daneben, weil heute jeder ein Handy hat  und damit unangenehme Videos zu produzieren vermag.

All diese Tugenden verdienen es, gefeiert zu werden. Und zwar richtig. Da gibt es übrigens höllische 300-Schuss-Batterien für knapp neun Euro. Und kostengünstig 200-teilige Feuerwerk-Sets...