Alexander Stallmann (SZ) fordert, Bordelle aus der Stadt zu verbannen

Kolumne Unsere Woche : Bordelle raus aus der Stadt!

Wieder einmal geht’s in Saarbrücken um Prostitution. Sieben Bordellen droht das Aus, weil die Stadt ihre Sperrbezirksverordnung zu Beginn des Jahres verschärft hat. Anfang der Woche wurde bekannt, dass einer der Bordellbetreiber gegen die Verordnung der Stadt klagt.

Der Saarbrücker Verwaltungsdezernent Jürgen Wohlfarth, der die Verordnung federführend ausgearbeitet hat, geht davon aus, dass das Verbot vor den Richtern Bestand hat. Man kann nur hoffen, dass Wohlfarth Recht behält. Denn Bordelle haben in der Innenstadt nichts verloren. Mit der permanenten Präsenz von Prostitution wird diese in der Gesellschaft zu etwas Selbstverständlichem. Und diese Selbstverständlichkeit ist falsch. Kinder und Jugendliche sind im Stadtbild täglich mit Prostitution konfrontiert und wachsen in dem Bewusstsein auf, käuflicher Sex sei normal.

Um das zu verhindern, gehört auch Bordellwerbung aus der Innenstadt verbannt. Einen entsprechenden Antrag hatte die SPD-Stadtratsfraktion vor wenigen Wochen in den Sozialausschuss des Stadtrates eingebracht. Der Antrag wurde abgelehnt. Die neue Saarbrücker Ratskoalition aus CDU, Grünen und FDP hat stattdessen einen eigenen Antrag eingebracht, laut dem die Verwaltung alle Möglichkeiten zum Verbot der Bordellwerbung im Stadtgebiet prüfen soll. Diese Prüfung wäre nicht nötig. Ein Blick zu den Kollegen nach Trier, auf deren Vorbild sich die SPD in ihrem Antrag gestützt hatte, hätte völlig ausgereicht. Dort ist Bordellwerbung nämlich seit Jahren verboten – auf der Grundlage des Prostituiertenschutzgesetzes, eines Bundesgesetzes, das in Saarbrücken genauso gilt wie in Trier.

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