Aberglaube und Minipli

Lauterbach · Kaum woanders als im Fußball ist so oft zu hören, dass früher irgendwie alles schöner war. Alles echter. Der Ball runder, der Rasen grüner, die Trainer kerniger. Da wäre ein Weichspüler-Rücktritt wie der diese Woche von Armin Veh beim Bundesligisten VfB Stuttgart undenkbar gewesen.

"Ich glaube, dass es besser ist, wenn ich nicht da bin", sagte der Meistertrainer von 2007. Und Veh argumentierte mit Aberglauben und fehlendem Glück. "Ich bin ein Gefühlsmensch, was das anbelangt", meinte er. "Viele Gefühle und Sensibilitäten" hätten eine Rolle gespielt, sagte der VfB-Präsident.

Der in Sulzbach geborene Rudi Assauer hätte das wohl nicht verstanden. "Das Wort mental gab es in meiner aktiven Zeit als Fußballer gar nicht. Es gab nur eine Zahnpasta , die so ähnlich hieß", meinte der langjährige Schalke-Manager einmal.

Aber nicht alles war damals besser, denken wir an Vokuhila-Frisuren, Miniplis oder Schnurrbärte. Wobei: Letztere kommen wieder, wie in der Bundesliga zu sehen. Selbst Weltmeister Benedikt Höwedes hat jetzt einen "Schnurres". Kernig. Fast wie früher. Manch ein Trainer im Saarland setzt sogar noch auf einen anderen Klassiker: den Libero. Und das muss nicht altmodisch sein, sondern erfolgreich. So ist Thomas Länger beim Bezirksligisten FSV Lauterbach mit Libero Tabellenführer und hat die wenigsten Gegentore. Es geht also auch ohne Viererkette. Und ohne Minipli sowieso.

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