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Hochwasser füllt fast 40 Millionen Gefrierschränke
3,4 Milliarden Liter für Heusweiler

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Was haben ein Leipziger, ein Gefrierschrank „Comfee GS 5585“ und der Heusweiler Ortsteil Eiweiler gemeinsam? Jeder Leipziger verbraucht im Schnitt 86 Liter Wasser pro Tag (was sparsam ist), der Comfee GS hat ein Fassungsvermögen von 86 Litern – und an der Wetterstation in Eiweiler sind am Montag 86 Liter Wasser pro Quadratmeter auf die Erde geklatscht! Von Marco Reuther

Die Messungen in Eiweiler gibt es zwar noch nicht so lange, aber man darf getrost von einem Jahrhundertrekord ausgehen. Nimmt man das Messergebnis für ganz Heusweiler – mit einer Fläche von 39,9 Quadratkilometern –, dann sind am Montag insgesamt etwa 3 443 140 000 Liter, also gut 3,4 Milliarden Liter Wasser niedergegangen. Damit könnte man die Becken des Riegelsberger Freibades fast 2860 mal neu füllen. In Internetforen gab es nach dem Unwetter vom Montag Kritik am „mangelnden Hochwasserschutz“ in Heusweiler. Sicher kann und sollte man, zumal in anfälligen Teilen von Städten und Gemeinden, Hochwasserschutz betreiben. Aber gegen derart „einmalige“ Wassermassen ist ein absoluter Schutz schlicht unmöglich. (Und ich möchte nicht wissen, wie es ausgesehen hätte, wenn der Köllerbach noch nicht renaturiert gewesen wäre und die entsprechenden Überlauf-Gebiete gefehlt hätten.) Manchmal ist die Natur halt auch in unseren Breiten stärker als der Mensch. Das zu verleugnen, ist und bleibt Wunschdenken.