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Wetter
2017 geht stürmisch zu Ende

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Bitte festhalten! Das Wetter erinnert zwischen den Jahren an eine turbulente Achterbahnfahrt mit rasanten Temperatursprüngen, Sturmgefahr und viel Regen. Zum Jahresausklang brodelt es in der Wetterküche gewaltig, denn ab dem Wochenende mischt sich sogar noch subtropische Warmluft in das Gerangel der unterschiedlichen Luftmassen ein, so dass die Temperaturgegensätze enorm wachsen, was zur Bildung von Sturm- und Orkantiefs über dem Nordatlantik führt – und die nehmen auch über den Jahreswechsel hinaus Kurs auf Mitteleuropa. Dabei peitschen sie nicht nur ergiebigen Regen über das Land, sondern fluten ganz Deutschland mit sehr milder Luft von weit über zehn Grad – vom Winter fehlt dabei jede Spur.

Deutschland liegt derzeit im Einflussbereich einer ausgeprägten Tiefdruckzone, die sich von Skandinavien bis Nordafrika erstreckt, wobei an der Westflanke von Tief Edilbert gestern vorübergehend ein Schwall Polarluft angezapft wurde, die zu einem kurzen winterlichen Hauch führt, ehe ab Samstag atlantische Sturmtiefs das Kommando mit deutlicher Milderung übernehmen. Dabei liegt der Schwerpunkt des steuernden Tiefdrucksystems zwischen Island und Schottland, an dessen Südflanke in den nächsten Tagen in rascher Abfolge Randtiefs vom mittleren Nordatlantik über Großbritannien und die Nordsee ostwärts gelenkt werden. Aufgrund der großen Luftdruckunterschiede auf engem Raum zwischen der Tiefdruckzone und hohem Luftdruck, der sich von den Azoren bis ins westliche Mittelmeer erstreckt, stehen uns stürmische Zeiten ins Haus.



Heute ist uns zunächst durch einen Zwischenhochkeil eine kurze Verschnaufpause vergönnt. Nach leichtem Nachtfrost zeigen sich Aufheiterungen mit etwas Sonne; bei Höchstwerten um zwei Grad ist es kalt, ehe die Bewölkung im Tagesverkauf vorderseitig des nächsten Tiefs Felix wieder zunimmt und bis zum Abend Schneefall einsetzt, der nachts bei rascher Milderung zu Regen wird.

Morgen ist es bedeckt, und das Sturmtief Gernot bringt länger anhaltenden, ergiebigen Regen. Es wird sehr mild bei einem Temperaturanstieg auf zehn bis zwölf Grad, und der starke Südwestwind weht zeitweise mit Sturmböen.

Das Jahr 2017 endet sehr nass und viel zu mild, auch an Silvester zieht kräftiger Regen über das Köllertal, und die Zufuhr extrem milder Atlantikluft beschert Höchstwerte um 13 Grad. Zudem bleibt es sehr windig mit stürmischen Böen. Nach Abzug des Sturmtiefs erfolgt am Neujahrstag der Übergang zu Schauerwetter bei einigen Auflockerungen, wobei die Luft auf Werte um sieben Grad abkühlt. Die atlantische Tiefdruckdynamik mit einer strammen Westströmung setzt sich auch an den ersten Januartagen unverändert fort. Bei wechselnder bis starker Bewölkung müssen wir wiederholt mit Regen rechnen, was auch zu steigender Hochwassergefahr führen könnte.

Nach kurzer Abkühlung auf fünf Grad am Dienstag wird es ab Wochenmitte mit 8 bis 12 Grad wieder sehr mild, es bleibt sehr windig bis stürmisch. Erst gegen Ende der Woche sickert wieder kühlere Luft aus Nordwesten ein.