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Kolumne
Zum Dahinschmelzen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Ansonsten die Ruhe in Person, hat der Kollege diese Woche kurz mal getobt. Denn er ging im Sakko - ohne Mantel - zum Einkauf in einen großen Lebensmittelladen. Schon dieses Sakko, sagte er und seine Stimme wurde immer lauter, war zu warm, sodass er leider ins Schwitzen geriet. Von Michèle Hartmann

Die laute Schilderung wurde nun durch das Fuchteln beider Arme untermauert. Denn im  erhitzten Zustand kam er auch gleich an den Weihnachtssüßigkeiten vorbei. Wobei ihm die Nikoläuse mit ihren dicken Mänteln und Rauschebärten ins Blickfeld gerieten. „18 GRAD WIRD’S AM MONTAG“ rief er und sprang vom Bürostuhl auf, „UND DANN SOWAS!“  Zum Dahinschmelzen - im doppelten Wortsinn. Der Mann brachte seinen Unmut darüber zum Ausdruck, dass es unter Gottes Sonne nicht mehr normal zugeht. Am bruddelwarmen Wetter im November kann er sich also nicht erfreuen.


Derweil denken - in Anbetracht  zunehmender Starkregen-Ereignisse - die Kommunen fieberhaft darüber nach, wie man den Hochwasserschutz verbessern kann. Gewässer wie etwa der Sulzbach und der Fischbach werden oder wurden renaturiert und damit ungeheure Umweltsünden beseitigt. Nicht möglich ist es aber vielerorts, unterdimensionierte Kanäle zu beseitigen und  durch größere zu ersetzen. Die Kosten kann wohl keine Kommune mehr stemmen.

Derweil hat mir ein Freund aus Dudweiler (Danke Roland) ne kleine, sehr hilfreiche Besonderheit präsentiert. Den preisgünstigen Watersafe Stausack, im unbenutzten Zustand nicht viel kleiner als eine Zeitungsseite. Er wiegt 320  Gramm und ist in der Lage, innerhalb von zehn Minuten 20 Liter Wasser aufzunehmen. Man kann ihn laut Beschreibung auch sehr oft wieder verwenden Der Mann aus dem Saarbrücker Stadtbezirk hat damit seine Hochwasser-Probleme im Keller in den Griff gekriegt.



Das nur als kleiner Tipp zum Wochenende für flachere Pegelstände. Denn wenn einem das Wasser zu Hause gewissermaßen bis zum Halse steht, nützen wohl diese mit Gel gefüllten Beutel auch nicht mehr viel.