„Kneisjer vom Hoferkopp“ feierten in Friedrichsthaler Bismarckhalle

Fastnacht : Trip ins karnevalistische Schlaraffenland

„Kneisjer vom Hoferkopp“ feierten in der Friedrichsthaler Bismarckhalle, die mit allerhand Leckereien dekoriert war.

 „Restlos ausverkauft!“ hieß es auch für die dritte und letzte Sitzung der Session bei den „Kneisjer vom Hoferkopp“. Getreu ihrem diesjährigen Motto „Dibbelabbes unn Gutzjesstand – die Kneisjer im Schlaraffenland“ hatten sie die Bismarckhalle Friedrichsthal in ein karnevalistisches Schlaraffenland verwandelt. An den Wänden, auf den Tischen und auf der Bühne: riesige Lollis, Guddzjer, Eiscreme und allerlei sonstige Leckereien. „Wir waren in den Tagen vor der Sitzung gewissermaßen in der Halle zuhause“, erzählen Vroni Längler und Silke Lorang lachend, die für die Dekoration gesorgt haben. Auch im Publikum spiegelte sich das süße Motto überall in den Kostümen wider. Einen zuckersüßen Auftakt des bunten Abends legten die kleinen zwei- bis sechsjährigen „Kekse“ mit ihrem Auftritt hin und erhielten dafür verdient eine Rakete. Für Lachsalven sorgte der heitere Auftritt der beiden „ABC-Schützen“ Volker und Rainer, die sich mit Schultüte und Ranzen ausgestattet über ihre Schulzeit ausließen. „Rechtschreibung ist nichts für mich, ich bin Linkshänder!“ Als radikale Emanze sagte Brigitte „Schitte“ Montag dem männlichen Geschlecht den Kampf an. „Jetzt rechne ich – und das nicht kapp – mit diesen Männern einmal ab!“ Dabei ließ sie kein gutes Haar an den Kerlen. Dass die „Kleinen“ bei den Kneisjern ganz groß sind, bewies die Minigarde, die ihre süßen Träume vom Guddzjesland als rosa Zuckerwatten und süße Popcorntüten tänzerisch darstellten – Zuckerschock garantiert. Großartig auch der Auftritt der beiden Elfjährigen Lia und Alina. In ihrer ebenfalls gereimten und komplett auswendig vorgetragenen Büttenrede beklagten die jungen Talente, wie schwer sie es doch als Kinder mit den Erwachsenen von heute haben. „Ein Satz kann uns gestohlen sein: für so was bist du viel zu klein!“ Es fällt auf, dass die Kneisjer viel Gewicht auf heitere Wortbeiträge legen. Dabei wird das komplette und kurzweilige Programm traditionell aus eigenen Reihen gestaltet. Doch auch tänzerisch ließen die Tanzgruppen und Mariechen keine Wünsche offen. Sie boten ausgefeilte Choreografien und akrobatische Einlagen, dass das Publikum nur so jubelte. Erstmals nach über drei Jahrzehnten stand auch wieder ein Tanzpaar auf der Kneisjes-Bühne. Mia und Hannes ernteten mit ihrem Tanz zurecht riesigen Applaus. Lautstark nach Zugabe rief das Publikum nach dem Auftritt der Männergruppe „Speckzegge“, die einen fröhlichen Lichtertanz mit Einhorn boten. Eine besondere Überraschung erwartete Elferratsmitglied Rainer Kopainski. Um Mitternacht überreichten ihm die Kneisjer eine mit Narrenkappe gestaltete Geburtstagstorte, und der ganze Saal gab ein Ständchen.

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