Klinikum Saarbrücken weist Kritik an Anwerbung in Mexiko zurück

Mangel an Pflegepersonal : Klinikum weist Kritik an Anwerbung in Mexiko zurück

Wenn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) heute in Mexiko eintrifft, um ausländische Pflegekräfte anzuwerben, wird man ihm vor Ort sicher mitteilen: Die Saarländer waren schon da.

Das Klinikum Saarbrücken und das Uniklinikum in Homburg hatten dort vergangene Woche 38 Pflege-Fachkräfte angeworben. Nach Kursen zur sprachlichen und interkulturellen Vorbereitung in Mexiko sollen sie in sechs Monaten als Pflegehelfer im Saarland anfangen. Die Bewerber mussten eine abgeschlossene Ausbildung sowie einige Jahre Berufserfahrung mitbringen.

Die Kritik etwa der Linken im Saarland, dass dem mittelamerikanischen Land damit eigene dringend benötigte Pflegekräfte abhanden kämen, weist der Personaldirektor des Klinikums Saarbrücken zurück. In Mexiko gebe es ein Überangebot von Pflegekräften, zudem sei die Aktion in Absprache mit der dortigen staatlichen Arbeitsverwaltung erfolgt, sagte Thomas Hesse der SZ. Auch erhielten die Mexikaner in den saarländischen Kliniken Tariflohn. „Von angeblichen Billig-Arbeitskräften kann also keine Rede sein“, so Hesse. Die Ausgaben für die Sprachkurse und die Übersiedlung der mexikanischen Pfleger ins Saarland würden sich dennoch „sehr schnell amortisieren“. Hintergrund der Anwerbeaktion sei das fehlende Pflegepersonal in Deutschland. „Wir brauchen in der Pflege dringend mehr Personal, als es aktuell auf dem deutschen Markt gibt“, so Hesse. Sollte diese „erste gesteuerte Anwerbeaktion des Klinikums Saarbrücken gut laufen, werden wir das fortsetzen“, kündigte Hesse an.

Die Mexikaner sollen spätestens nach 18 Monaten und weiteren Sprach- und Eignungsprüfungen Arbeitserlaubnis und Bleiberecht erhalten.

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