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Klimaschützer fordern autofreies Saarbrücken ab 2025

Ab 2025 : Klimaschützer fordern autofreie Saarbrücker City

Ein Bündnis um Fridays for Future im Saarland will eine komplette Verkehrswende schon ab 2025. Politik und Handel in der Stadt reagieren skeptisch.

In der Debatte um eine Verkerswende fordert ein Bündnis aus Klimaschützern, Autos schon in wenigen Jahren aus der Saarbrücker Innenstadt zu verbannen. Bis 2025 soll die City autofrei sein – diese und weitere Forderungen wie ein generelles Tempo-30-Limit in der ganzen Stadt adressierte die Bewegung Fridays for Future (FFF) Saarland am Dienstag an die Politik. Unterstützt wird der Maßnahmenkatalog von zwölf Gruppierungen, unter anderem vom Naturschutzverband BUND, dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Greenpeace im Saarland.

„Eine umfassende Verkehrswende heißt nicht, einfach alle Verbrenner durch E-Autos zu ersetzen, sondern bedeutet das Ende des motorisierten Individualverkehrs“, erklärte FFF kurz vor dem nächsten globalen Klima-Aktionstag am Freitag. Voraussetzung dafür sei eine gute Infrastruktur, die ein Privat-Auto überflüssig mache. Dies solle unter anderem mit kostenlosem und flächendeckendem ÖPNV, besseren Radwegen und einer „systematischen Förderung des Fußverkehrs“ erreicht werden.

Der Handelsverband Saar sieht die Pläne kritisch: „Man muss ja trotzdem gewährleisten, dass Menschen in die Stadt kommen“, sagte Hauptgeschäftsführer Fabian Schulz. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass die nötige Infrastruktur bis 2025 zu schaffen ist.“ Wichtig sei eine gute Erreichbarkeit der City – auch für französische Kunden. Heino Klingen, Hauptgeschäftsführer der IHK Saar, nennt die Forderung der Klima-Aktivisten „ein ambitioniertes Ziel“. Ohne entsprechende Voraussetzungen drohe ein weiteres „Sterben der Innenstadt“.

Auch im Rathaus wünsche man sich eine Entlastung vom Autoverkehr, erklärte die Stadt Saarbrücken. Allerdings seien „einige Ziele, die Fridays for Future formuliert hat, in der Praxis nicht ohne Weiteres umzusetzen beziehungsweise zu finanzieren“. Zurückhaltend äußerten sich auch die Grünen. „Es ist gut, dass Fridays for Future die Handlungsfelder aufzeigt“, erklärte Landeschef Markus Tressel. Nötig sei aber ein „gesamtgesellschaftlicher Konsens“.