Zur Vogel-Fürsorge berufen

Melanie Bischof kümmert sich seit Anfang des Jahres in ihrer selbstgebauten Auffangstation mit viel Einsatz um kleinere Fundvögel wie Spatzen, Amsel, Tauben, Mauersegler, Elstern und Eichelhäher.

Zehn Jahre ist es her, dass Melanie Bischof aus dem Kleinblittersdorfer Ortsteil Rilchingen-Hanweiler zwei aus dem Nest gefallene junge Krähen aufnahm und mit viel Fürsorge aufzog. Nach und nach baute die Tierfreundin dann eine private Auffangstation auf dem Grundstück ihres Elternhauses in Rilchingen-Hanweiler auf. In einer großen selbstgebauten Voliere, die im Garten steht, pflegt und füttert sie ihre Schützlinge ebenso wie in kleineren im Haus befindlichen Käfigen und Boxen. "Für mich ist das eine Berufung, ich gehe in dem, was ich mache, voll auf", sagt sie über ihre Motivation. Wegen dieses besonderen Engagements wählten die SZ-Leser Melanie Bischof jetzt zur "Saarlands Besten"-Person im August.

Seit Anfang dieses Jahres nimmt sie saarlandweit kleinere Fundvögel wie Spatzen, Amseln, Tauben, Mauersegler, Elstern und Eichelhäher in ihre Obhut. Greifvögel wie Falke und Uhu vermittelt sie an eine spezielle Auffangstation weiter. Wer einen Vogel in Not findet, kann entweder per Telefon oder über Facebook die Vogelmutter kontaktieren. "Ich will einfach helfen, dass die Tiere eine Überlebenschance haben", erklärt sie ihren außergewöhnlichen Einsatz für die Vögel . Dafür nimmt Melanie Bischof auch in Kauf, über Monate praktisch jede freie Minute ausschließlich für ihre gefiederten Schützlinge zu opfern. Im Herbst oder Frühjahr plant sie außerdem ein weiteres Projekt: Sie möchte eine Quarantäne-Voliere für erkrankte und von Parasiten befallene Vögel bauen. Finanzieren wird sie das Material für den Isolier-Käfig wie übrigens auch Futter, Medikamente, Tierarztkosten und Zubehör aus eigener Tasche. "Während der Hauptsaison gebe ich jeden Monat im Schnitt 400 Euro aus", so Bischof.

Die 32-Jährige nimmt auch außerhalb der Hauptsaison verletzte und geschwächte Vögel auf, versorgt und pflegt sie, bis sie diese wieder in der freien Natur auswildert. Die Vögel bringt sie zum Tierarzt, füttert sie, versorgt sie mit Medikamenten und macht sogar Krankengymnastik mit ihnen. Von früh bis spät in die Nacht ist sie beschäftigt, wenn sie frisch geschlüpfte Mauersegler und Krähen versorgt, denn je nach Alter und Größe müssen die Tiere tagsüber alle 30 bis 60 Minuten und selbst nachts alle zwei Stunden mit Insekten oder Aufzuchtbrei gefüttert werden. Von Mitte März bis Ende August beherbergte sie rund 90 Vögel , darunter zumeist junge und frisch geschlüpfte Tiere.