Wuselige Welpen bringen alle auf Trab

Sitterswald. Es fühlt sich an wie eine Armada aus zehn Wollknäueln, die über einen herfällt. Zuerst nimmt ein Knäuel die Witterung auf und dann stürzen alle los, fallen über ihre eigenen Beine, fallen kreuz und quer übereinander, um schließlich den Fotografen zu umzingeln und ihm mit den üblichen, feuchten Begrüßungsritualen Guten Tag zu sagen

Sitterswald. Es fühlt sich an wie eine Armada aus zehn Wollknäueln, die über einen herfällt. Zuerst nimmt ein Knäuel die Witterung auf und dann stürzen alle los, fallen über ihre eigenen Beine, fallen kreuz und quer übereinander, um schließlich den Fotografen zu umzingeln und ihm mit den üblichen, feuchten Begrüßungsritualen Guten Tag zu sagen.Die Rede ist von sieben Wochen alten Neufundländer-Welpen. Zehn Stück an der Zahl kamen in diesem Sommer bei Familie Schöner in Sitterswald zur Welt und geben seitdem den Tagesablauf im Haus vor. Kinder und vor allem Hundeliebhaber würden beim Anblick der kleinen Racker wahrscheinlich aus dem Schwärmen gar nicht mehr herauskommen. Zu putzig ist der Anblick, wenn sich die zehn Welpen in der Wolle haben und versuchen in ihrem geräumigen Freigehege die Welt zu entdecken. Das findet auch Ursula Schöner, die allerdings auch weiß, wie stressig die vergangenen sieben Wochen waren. Vier bis sechs Junge bringt ein Neufundländer-Weibchen im Schnitt zur Welt. Bei den Schöners waren es gleich zehn."Ich habe mir vor drei Jahren mit Josephine meinen ersten Neufundländer zugelegt. Und da Josephine eine international anerkannte Ahnentafel hat, habe ich mich von Züchtern überreden lassen, sie decken zu lassen. Dass dabei zehn Welpen herauskommen, hatte ich nicht erwartet", sagt Ursula Schöner, die quasi als Ersatz-Mama bereitstehen musste. "Josephine war durch die Geburt ganz schön geschlaucht, bekam Fieber und produzierte nicht genug Milch. Also mussten wir die Welpen mit der Flasche füttern. Und das alle zwei bis drei Stunden", erzählt die Sitterswalderin weiter. Gemeinsam mit Nachbarn und Freunden, die teilweise auch mitten in der Nacht zur Unterstützung herbeieilten, wurden die zehn Welpen aufgezogen. "Ich habe vier Wochen auf der Couch geschlafen. Mehr als zwei Stunden Schlaf am Stück war nicht drin. Das hat ganz schön an den Nerven gezehrt. Noch einmal machen wir so etwas nicht. Aber wir haben alle zehn durchgebracht. Darauf sind wir stolz", erzählt die Hundeliebhaberin, die vor allem von Nachbar Norbert Vitt große Unterstützung erfuhr."Man muss mit allen Welpen zum Arzt, sie impfen und entwurmen lassen. Dann braucht man Futter und muss sie rund um die Uhr betreuen. Alleine schafft man das nicht", sagt Norbert Vitt, während er die putzigen Neufundländer füttert. Fünf Kilo wiegt so ein Wollknäuel zurzeit. Alle behalten kann Ursula Schöner nicht. "Das würde nicht gehen. Drei Stück haben wir schon vergeben. Aber wir wollen die Verhältnisse kennen, in denen die Kleinen ihr Leben verbringen. Sie sind uns schon sehr ans Herz gewachsen", sagt die Hunde-Mama aus Sitterswald.

StichwortNeufundländer: Eine Hunderasse, die ihren Ursprung in Kanada, auf der kanadischen Atlantikinsel Neufundland hatte. Dort dienten die muskulösen Tiere in früheren Jahrhunderten vor allem den Fischern als Arbeitstiere. Der Neufundländer gilt als freundlich, ruhig, ausgeglichen und sehr kinderlieb.