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„Wir fahren den Karren sehenden Auges an die Wand“

„Wir fahren den Karren sehenden Auges an die Wand“

Mehr Lasten, weniger Hilfe: 2015 muss Kleinblittersdorf nach zwei guten Jahren wieder Miese machen – rund 1,54 Millionen Euro. Ein Ende der Misere ist nicht in Sicht, wenn Land und Bund die Kommunen weiter schröpfen.

Der Gemeinderat von Kleinblittersdorf hat am Dienstag den Haushalt 2015 einstimmig beschlossen. Mit einem Jahresdefizit von 1,54 Millionen Euro bei Ausgaben von 15,714 Millionen Euro kalkuliert die Kämmerei. Und Ende 2015 mit einem Gesamtdefizit von etwa 26 Millionen Euro . 2013 kam die Gemeinde ohne neue Schulden aus. Das dürfte auch 2014 klappen.

"2015 müssen wir 855 000 Euro mehr an Regionalverbandsumlage zahlen, insgesamt 6,3 Millionen Euro , und die 664 000 Euro aus dem kommunalen Entlastungsfonds des Landes fallen weg. So kommen wir auf das prognostizierte Defizit", sagt Bürgermeister Stephan Strichertz. Und: "Städte und Gemeinden zahlen seit 2005 an das Land jährlich 51 Millionen Euro Sanierungsbeitrag. In diesem Jahr greift das Land zusätzlich 54 Millionen Euro von den Kommunen ab. Uns fehlt das Geld an allen Ecken und Enden." Strichertz sieht schwarz: "Wir fahren den Karren sehenden Auges an die Wand. Die Finanzströme zwischen Bund, Ländern und Kommunen stimmen hinten und vorne nicht. Ich frage mich, welches Fass das Land im kommenden Jahr aufmachen will, um seinen Haushalt durchzubringen."

Im Gemeinderat herrschte in der letzten Sitzung des Jahres große Einigkeit, auch beim Haushaltssanierungsplan für 2015.

112 000 Euro will die Gemeinde sparen. Zum einen, indem sie zwei kaum noch genutzte Spielplätze in Rilchingen-Hanweiler und einen Platz in Kleinblittersdorf dichtmacht. Zum anderen mit weniger Leuten in der Verwaltung. Zwei Stellen werden nicht mehr besetzt. Zudem müssen sich die Bürger auf höhere Brennholzpreise einstellen (wir berichteten). Die Fraktionschefs von CDU und SPD , Manfred Paschwitz und Bernd Dick, waren sich im Grunde einig. Zusammenhalt ist auch gefordert, wenn die Kommune nächstes Jahr noch mehr Flüchtlingen helfen muss, nach harten Zeiten eine neue Heimat zu finden.

Derzeit leben in den fünf Dörfern der Gemeinde 24 Flüchtlinge oder Asylbewerber. "Wir rechnen damit, dass wir ab dem kommenden Jahr drei bis vier neue Flüchtlinge pro Monat aufnehmen müssen. Hierzu brauchen wir den geeigneten Wohnraum. Das könnte ein Problem werden", sagte Strichertz.