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Wie Gartenbesitzer Wildbienen anlocken können

Kleinblittersdorf. Morgen, 5. August, bietet der Zweckverband „Saar-Blies-Gau/Auf der Lohe“ in Wittersheim einen Kurs zum Bau von Nisthilfen für Wildbienen an. Hier schon einmal einige Tipps für eine Wildbienen-Wohlfühlatmosphäre. red

Alle Gärten in Deutschland zusammengenommen, schreibt der Biosphärenzweckverband, nehmen eine größere Fläche ein, als alle deutschen Naturschutzgebiete zusammen. Eine große Fläche also, auf der sich Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt umsetzen lassen.



In Deutschland sind bisher mehr als 560 Wildbienen-Arten nachgewiesen worden, viele von ihnen sind hochspezialisiert auf bestimmte Trachtpflanzen wie die Glockenblumen-Scherenbiene oder die Natternkopf-Mauerbiene. Sie brauchen also eine bestimmte Art oder Gattung von Pflanzen, um zu überleben. Andere Arten sind nicht ganz so wählerisch. Insgesamt leisten Wildbienen neben der Honigbiene einen ganz wichtigen Beitrag zur Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen.

Wildbienen sind für Insekten-Nisthilfen dankbar. Nicht nur im Internet gibt es zahlreiche Literatur dazu, es werden auch bei Volkshochschulen, beim Naturschutzbund oder ähnlichen Anbietern Kurse zum Bau von Nisthilfen angeboten. Ein Workshop des Zweckverbands "Saar-Blies-Gau/Auf der Lohe" beispielsweise ist bereits morgen, 5. August, am Haus Lochfeld in Wittersheim. Nähere Informationen dazu gibt es auf der Internetseite der Biosphäre Bliesgau.

Gärten mit Alt- oder Totholz oder auch stehen gelassene Stängel verschiedener Pflanzenarten wie Königskerzen bieten einigen Wildbienenarten wertvolle Nistmöglichkeiten. Andere Arten graben sich Löcher in den Erdboden. Beliebt sind dabei vor allem trockene, sonnige, sandige Plätze. Sie lassen sich einfach im eigenen Garten anlegen. Ganz wichtig ist ein artenreicher Garten mit einer breiten Palette an Blühpflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, damit frühe sowie späte Wildbienen-Arten davon profitieren, weiß auch der Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes Theophil Gallo : "Im Frühjahr kann ich zu Hause an Frühblühern die Gehörnte Mauerbiene bewundern und im Spätherbst an Efeu die Efeu-Seidenbiene. Artenreiche Gärten, in denen kein Gift zum Einsatz kommt, sind die beste Voraussetzung, um das ganze Jahr über verschiedene Bienenarten und auch viele andere Insekten und ihre Jäger wie Vögel und Fledermäuse zu beobachten."

biosphaere-bliesgau.eu

Zum Thema:

Hintergrund Zu den leicht zu beobachtenden Wildbienen gehört auch die Große Wollbiene (Anthidium manicatum). Die Männchen der Art besetzen Reviere an von dieser Art bevorzugten Pflanzen wie Edelgamander, Herzgespann oder Deutschem Ziest. Die pollensammelnden Weibchen werden dann von den Männchen angeflogen und begattet. Die Männchen sind dabei (anders als bei Arten wie der Gehörnten Mauerbiene) größer als die Weibchen. Die Brutzellen werden in Erd- oder Mauerlöchern, Felsspalten oder Ähnlichem angelegt. Die Art fliegt von Mitte Juni bis Mitte Oktober. red