Typisierungsaktion am 10. November für Leukämiepatient Wolfgang Besse

Kostenpflichtiger Inhalt: Kampf gegen Blutkrebs : Sitterswalder braucht Lebensretter

Leukämiepatient Wolfgang Besse benötigt Stammzellen. Hunderte machen bei der Suche nach einem Spender mit.

Erfolgreich die Schule abgeschlossen, Wehrdienst geleistet und anschließend mehr als 40 Jahre bei der Werkfeuerwehr der Saarstahl AG in Völklingen und Burbach gearbeitet: Wolfgang Besse aus Sitterswald hat ein vorbildliches Berufsleben geführt, war zwölf Jahre lang stellvertretender Leiter der Werkfeuerwehr und in den letzten zwölf Jahren seines Berufslebens sogar deren Leiter.

Seit dem 1. Oktober ist Wolfgang Besse offiziell in Rente. Das Wohnmobil ist für die Reisen mit seiner Frau gepackt, und Zeit für seine drei Kinder, drei Enkel und den Rest der großen Familie ist auch genügend da. Eigentlich.

„Es war so Ende August, als ich mich ständig müde und schlapp fühlte. Ich bin zum Arzt. Ich musste sowie Medikamente gegen meine Schilddrüsenerkrankung bekommen“, blickt der 63-Jährige etwas mehr als zwei Monate zurück. Ihm wurde routinemäßig Blut abgenommen. Doch es stimmte etwas nicht. Die Anzahl der weißen Blutkörperchen war deutlich erhöht. Also folgte eine genauere Blutuntersuchung. „Noch am selben Tag klingelte das Telefon. Meine Frau ging ran. Sie erfuhr es als Erste und teilte es mir danach mit“, sagt sich der Sitterswalder, während er auf seinem Krankenbett in der Universitätsklinik in Homburg sitzt.

Leukämie hieß die niederschmetternde Diagnose, die ihm seine Frau nach dem Telefongespräch mitteilte. „Im ersten Moment kannst du dazu gar nichts sagen. Du glaubst es nicht und denkst, dass es sich um einen Fehler handelt. Wenn du die ganze Sache dann realisiert hast, ist es hart. Du fällst in ein richtiges Loch“, sagt Wolfgang Besse über seine Gefühle.

Zwei Chemotherapien hat der 63-Jährige mittlerweile hinter sich, hat elf Kilo abgenommen und spricht offen über die Krankheit. „Ich habe hier im Krankenhaus Leute getroffen, die vor 15 Jahren durch eine Stammzellenspende geheilt wurden. Das hat mir Hoffnung gemacht. Ich habe keine Schmerzen, aber von der Therapie habe ich schon Fieber und Magenprobleme bekommen. Das ist nicht so toll“, sagt der ehemalige Fußballspieler und Funktionär des SV Sitterswald.

Privatdozent Dr. Niels Murawski ist der behandelnde Oberarzt in der Uniklinik. „Wir haben durch die Therapie die Krankheit zurückgedrängt, allerdings zeigen molekulargenetische Untersuchungen bei Wolfgang Besse ein erhöhtes Risiko, dass die Leukämie wieder auftritt. Wenn wir die Krankheit besiegen wollen, brauchen wir einen Stammzellenspender“, sagt Dr. Murawski.

Um einen geeigneten Spender zu finden, organisieren und planen die Feuerwehrleute des Löschbezirkes Mitte in Sitterswald und Auersmacher seit Wochen.

Am kommenden Sonntag, 10. November, von 11 bis 15 Uhr findet im neuen Feuerwehrgerätehaus Mitte eine Typisierungsaktion der DKMS (der ehemaligen Deutschen Knochenmarkspenderdatei) statt. „Das Ganze dauert nur etwa fünf Minuten. Man lässt sich registrieren und gibt mit einem Wattestäbchen eine Speichelprobe ab. Das war es schon“, erklärt Dr. Murawski.

In den sozialen Medien sagten schon Hunderte zu, am kommenden Sonntag bei der Aktion mitzumachen. Die Feuerwehr hat sich mit Kaffee, Kuchen und anderen Snacks und Getränken bereits bestens eingedeckt und dafür gesorgt, dass gleich 30 Typisierungen gleichzeitig möglich sind, um die Wartezeit zu verkürzen.

Wolfgang Besse ist überwältigt. „Das ist Wahnsinn, dass so viele Menschen helfen wollen. Ich kann allen nur im Vorfeld danken. Und vor allem der Feuerwehr für ihren Einsatz“, sagt der langjährige Feuerwehrmann, der nicht nur auf seine eigene Gesundheit schaut. „Selbst wenn kein Stammzellenspender für mich gefunden wird, kann diese Aktion vielleicht einem anderen an Leukämie erkrankten Menschen helfen. Diese Krankheit können wir nur alle gemeinsam besiegen.“

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