Tipps für den Garten : Tipps von der Profi-Gärtnerin

Einen eigenen kleinen Garten anzulegen, ist gar nicht so schwer. Jutta Peter weiß, wie es geht. Zur Not kann man auch einen Balkon nutzen.

Normalerweise ist der Obst- und Gartenbauverein Rilchingen-Hanweiler dafür zuständig, dass es an den Tagen vor Ostern bunt und hübsch im Ort aussieht. Im vergangenen Jahr haben die Mitglieder Verkehrskreisel mit bunten Ostereier-Girlanden und Osterhasen verziert. In diesem Jahr fällt die Deko wegen des Corona-Virus flach. „Wir bräuchten für das Anbringen der Deko mehrere Leute, die zusammenarbeiten. Und das geht leider in der aktuellen Zeit nicht. Wir haben mit Kindern auch Osterhasen aus Holz ausgesägt und wollten diese vor Ostern noch anmalen. Das klappt jetzt alles nicht. Die Kinder sind sehr enttäuscht“, sagt Jutta Peter. Sie ist die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins in Hanweiler.

Sie und viele andere im Ort schmücken nun ihre Vorgärten, damit es schön österlich wird. Doch Jutta hat noch eine Idee für alle, die in diesen Tagen zuhause sind und Langeweile haben. „Jeder, der möchte, kann versuchen, seinen eigenen kleinen Garten anzulegen. Dazu braucht man nicht viel. Ein kleiner Balkon mit ein paar Quadratmetern reicht da schon aus“, sagt die Ur-Hanweilerin, die seit einem Jahr auch die Vorsitzende des Bezirksverbandes Saarbrücken im Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz ist.

Ihre Eltern und Großeltern hatten immer einen Garten und ernteten ihre Früchte und ihr Gemüse. „Früher musste ich im Garten helfen. Heute ist es meine Leidenschaft. Garten ist für mich Entspannung, Genuss, und man sieht, was man geleistet hat“, weiß die 73-Jährige. Heute haben sie und ihr Mann Bernhard nahezu einen Selbstversorger-Garten, in dem auch noch wunderschöne Blumen blühen.

Doch so groß muss es zum Start in die Hobbygärtner-Karriere gar nicht sein. „Ein paar Blumenkübel, Eimer oder Blumenkästen für den Balkon reichen schon aus. In jedem Baumarkt gibt es heute ordentliche Pflanzenerde zu kaufen. Wenn man da noch Erde von einem Maulwurfshaufen druntermischt, hat man auch gleich schon gedüngt. Diese Erde enthält sehr viel Leben und Mineralstoffe“, gibt Jutta einen Geheimtipp.

Wenn Sie von den eigenen Tomaten, den eigenen Zucchini oder den eigenen Kräutern spricht, kommt sie ins Schwärmen. „Diesen Geschmack und diese Qualität kann man nirgends kaufen. Man kann die Tomaten einfach so pflücken und essen und erlebt eine Geschmacksexplosion. Mehr Bio geht nicht“, weiß die erfahrene Gärtnerin. Vorgezogene Tomatenpflanzen kann man beim Gärtner oder im Baumarkt kaufen und in die Kübel oder Eimer setzen. Die Zucchini-Samen kann man einfach so in die Erde legen. Jutta empfiehlt nicht mehr als zwei Samen pro Eimer, und je nach Größe der wachsenden Pflanzen sollte man sie auch umtopfen. In den Blumenkästen kann man Kräuter oder Salat säen.

„Dann braucht man nur noch Sonne, Liebe und Wasser. Der Schritt zum eigenen, kleinen Garten ist kein Hexenwerk. Es macht viel Freude, mit der ganzen Familie zu erleben, wie die eigenen Pflanzen wachsen und die Früchte reifen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Wer sich noch intensiver mit Pflanzen und den ersten Gärtnerschritten beschäftigen möchte, dem empfiehlt Jutta Peter das Internet. „Dort stehen ganz tolle Anleitungen. Es gibt auch sehr gute Apps fürs Handy. Vielleicht ist das jetzt genau die richtige Zeit, um seinen eigenen, kleinen Garten zu entdecken und den Forschertrieb zu wecken“, sagt  die 73-jährige leidenschaftliche Gärtnerin.