Sorge wegen streunender Füchse

Bliesransbach. In den vergangenen Wochen sind im Ortsteil Bliesransbach in der Gemeinde Kleinblittersdorf vermehrt Füchse gesehen worden. Dabei handelte es sich nicht um seltene Augenblicke auf Feld und Flur, sondern um regelmäßige Begegnungen zwischen Mensch und Fuchs innerorts. "Mir ist ein Fuchs auf dem Weg in den Bliestalmarkt begegnet

Bliesransbach. In den vergangenen Wochen sind im Ortsteil Bliesransbach in der Gemeinde Kleinblittersdorf vermehrt Füchse gesehen worden. Dabei handelte es sich nicht um seltene Augenblicke auf Feld und Flur, sondern um regelmäßige Begegnungen zwischen Mensch und Fuchs innerorts. "Mir ist ein Fuchs auf dem Weg in den Bliestalmarkt begegnet. Ich bin erschrocken und habe die Straßenseite gewechselt", erzählt eine Bliesransbacherin von ihrer Begegnung. Dramatischer ging es dagegen bei Scherers im Garten zu. "Bei uns hat sich der Fuchs einen Zugang zum Kaninchengehege gegraben und sich unser Kaninchen geschnappt", sagt Christa Scherer. Das gleiche Schicksal erlitt das Kaninchen der kleinen Lisa Follmar. "Der Fuchs hat sich ein Loch gegraben, ist in das Gehege und hat den Hasen zerbissen", erklärt Mutter Sandra Follmar. Neben dramatischen Begegnungen auf Leben und Tod gibt es aber auch ganz andere Aufeinandertreffen. "Ein Fuchs sitzt oft bei uns im Garten und ist überhaupt nicht scheu. Er macht den Katzen nichts, und es macht Spaß, ihm zu zuschauen", erzählt Anita Henkes, die von sehr zutraulichen Kreaturen spricht. Auf der Götzenmühle in Bliesransbach hat Walter Kany die größte Hühnerzucht in der Gemeinde Kleinblittersdorf. Er kennt das Fuchs-Problem. "Es sind ständig Spuren von Füchsen auf dem Hof. Aber das war schon immer so. Seit ein paar Jahre sperren wir die Hühner weg. Seitdem wird kein Huhn mehr zur Beute", so Kany. Doch woher kommen die vielen Füchse derzeit in Bliesransbach, und wie gefährlich sind sie für den Menschen? "Ich gehe davon aus, dass ein Fuchs irgendwo im Ort einen Bau hat. Ich schätze, dass zwischen zwei und fünf Füchse sich im Ort bewegen. Das sind alles Jungfüchse, die zwar in diesem Jahr erst das Licht der Welt erblickten, aber schon fast ausgewachsen sind", erklärt Michael Kessler, Jäger und Mitarbeiter von SaarForst. "Die jungen Füchse haben die Scheu vor den Menschen verloren und werden durch essbare Abfälle und Komposthaufen angelockt", so Kessler weiter, der jedoch wenig Grund zur Sorge sieht. "Die Tollwut gibt es bei uns nicht mehr, und einen Menschen angreifen wird der Fuchs auch nicht. Gefährlich für den Menschen kann nur der Fuchsbandwurm werden, dessen Eier der Fuchs mit seinem Kot ausscheidet", erklärt der SaarForst-Mitarbeiter, der bereits so genannte Lebendfallen bestellt hat, um die Füchse lebend zu fangen und danach im Wald und auf dem Feld wieder auszusetzten. Bis dahin können die Bliesransbacher ihre rotbraunen Mitbewohner noch eine Weile bewundern. Direkter Kontakt zu den Tieren sollte allerdings vermieden werden und geliebte Haustiere, die auf dem Speiseplan der Füchse stehen, sollten nicht unbeaufsichtigt im Garten gelassen werden. "Die Tollwut gibt es bei uns nicht mehr."Michael Kessler, SaarForst

HintergrundDer Fuchsbandwurm kann für den Menschen eine ernsthafte Gefahr bedeuten, da der Parasit vor allem Leber und Lunge befällt und oft irreparable Schäden verursacht. Neben dem Fuchs, der den Bandwurm durch das Fressen von infizierten Kleinnagetieren in sich trägt, können sich Hunde und Katzen auf die gleiche Art infizieren. Auch der Mensch kann sich nur infizieren, wenn er die Fuchsbandwurm-Eier durch den Mund aufnimmt. Regelmäßiges Händewaschen nach dem Umgang mit den Tieren ist ebenso erforderlich wie das gründliche Waschen von Erzeugnissen aus dem Garten, die mit Fuchskot in Berührung gekommen sein könnten. leh