1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Kleinblittersdorf

Altenheim erfindet sich neu: So sieht’s auf Auersmachers Großbaustelle aus

Altenheim erfindet sich neu : So sieht’s auf Auersmachers Großbaustelle aus

Ein Altenheim erfindet sich binnen zwei Jahren neu. Eindrücke aus einer frisch eingerichteten Wohnküche – und aus der Abrisszone.

(red/ole) Zwischen Abbruch und Aufbruch liegen in diesem heißen Sommer auf der St.-Barbara-Höhe nur Meter. Hier alter Beton, von den hydraulischen Beißern der Abrissbagger zermalmt. Dort neue Küchen, die für ein gewandeltes Miteinander von Heimbewohnern und Personal stehen. Vor einem Jahr beim Sommerfest präsentiert, hat sich viel getan auf Auersmachers höchster Baustelle. Die Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken treibt ihr 7,5 Millionen Euro teures Bauvorhaben voran. Drei Etagen des so genannten Südflügels sind zur Hälfte saniert. Auf zwei Etagen entstanden jeweils 14 neue Bewohnerzimmer, die inzwischen bezogen sind.

Außerdem sind die großen Wohnbereichsküchen fertig. Dafür verbanden Bauhandwerker in beiden Wohnbereichen je vier ehemalige Bewohnerzimmer zu einem großen Raum. Die offenen Küchen stehen Heimleiter Jürgen Zapp zufolge für ein neues Wohnen im Alter, das Hausgemeinschaftsmodell. „Früher versorgte eine zentrale Küche im Erdgeschoss unsere Bewohner. Auf deren Bedürfnisse können wir dank der neuen dezentralen Lösung jetzt viel besser eingehen.“ Bislang hatten die Essen lange Wege. Erst in der Zentralküche portioniert und auf die Tabletts gestellt, dann an die Bewohner verteilt. In den Wohnbereichen gab es nur Teeküchen. „Jetzt sind Essenszubereitung und Verteilung auf den einzelnen Etagen. Das ist ein großer Vorteil“, sagt Zapp.

Gefragt, was aus den Mitarbeiterinnen der ehemaligen Zentralküche wurde, teilt die CTS-Pressestelle mit:  „Wir haben mit unserem Caterer Apetito den Mitarbeitern der Zentralküche alternative Angebote gemacht – einige sind bei Apetito geblieben, andere in Einrichtungen der CTS gewechselt. Im Zuge des neuen Konzeptes haben wir drei Vollzeitstellen zusätzlich geschaffen. Für eine offene Stelle suchen wir noch Bewerberinnen oder Bewerber.“ Die neuen Küchen haben nach Ansicht der Haus- und Pflegedienstleiterin Cäcilia Stephani eine weitere wichtige Aufgabe. „Sie  reaktivieren Kompetenzen. Wer noch eine Scheibe Käse oder ein Ei haben möchte, geht einfach in die Küche und holt es sich. Das ist wieder ein bisschen mehr wie Zuhause.“ Natürlich ist all das Neue eine Umstellung für die Mitarbeiter. „Jetzt sind zusätzliche Leistungen zu erbringen, die vorher der Caterer, also der Essenslieferant, erledigte. Wir hoffen aber, dass die Mitarbeiter in der Pflege, der sozialen Betreuung und der Hauswirtschaft wieder mehr ein Team werden und übergreifend zusammenarbeiten“, sagt Stephani. Geplant seien zudem Koch- oder Back-Nachmittage.

Im Erdgeschoss entstanden weitere vier  Seniorenapartments für betreutes Wohnen. Zwei davon sind 55, zwei weitere 78 Quadratmeter groß. Insgesamt gibt es dann neben den stationären Einzelzimmern und den Bungalows sechs Seniorenwohnungen. Seit Mai laufen auch die Abrissarbeiten. Das Verwaltungsgebäude und der Nordflügel verschwinden. Ein neuer Bettenflügel ersetzt sie und umschließt mit dem renovierten Südflügel einen Hof.

Einrichtungsleiter Zapp: „Dadurch können wir Bewohner mit der so genannten ‚Hinlauf-Tendenz‘ aufnehmen. Das war vorher durch die vielen verschiedenen Ausgänge nicht möglich.“ Ist alles fertig, dann hat dieses  CTS-Haus 68 Einzelzimmer zur Verfügung.

 Einrichtungsleiter Jürgen Zapp, Mitarbeiterin Sonja Czernoschek  und Pflegedienstleiterin Cäcilia Stephani (v.l.) in einer neuen Wohnbereichsküche.
Einrichtungsleiter Jürgen Zapp, Mitarbeiterin Sonja Czernoschek  und Pflegedienstleiterin Cäcilia Stephani (v.l.) in einer neuen Wohnbereichsküche. Foto: Scharfenberg/Nele Scharfenberg

Der Um- und Neubau kostet rund 7,5 Millionen Euro. Bis Ende 2018 soll alles fertig sein.