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So leben Steinkäuze an der Oberen Saar

Naturwanderung : So leben Steinkäuze an der Oberen Saar

Nicht alles fällt wegen Corona aus: Rund 60 Interessierte kamen auch diesmal zur Steinkauzwanderung nach Auersmacher.

Nicht alle Veranstaltungen wurden am vergangenen Wochenende abgesagt. Trotz Coronavirus kamen am Freitag etwa 60 Menschen zur Steinkauz-Wanderung nach Auersmacher. Die Naturschutzband (NABU)-Ortsgruppe Fechingen-Kleinblittersdorf hatte zu der Wanderung eingeladen und war überrascht wegen der großen Resonanz. „Wir hatten etwa 30 Anmeldungen und nun sind es doppelt so viele Leute. Wir haben auch überlegt, die Veranstaltung abzusagen, haben uns aber für die Wanderung entschieden. Wir sind hier in der freien Natur und die Menschen haben keinen Kontakt“, erklärte Michael Kessler, der gemeinsam mit Axel Hagedorn die kostenlose Wanderung führte.

Auf Händeschütteln wurde verzichtet und aufgrund der niedrigen Temperaturen am späten Nachmittag hatten die Menschen ihre Hände ohnehin die meiste Zeit in den Taschen. „Wir sind Naturliebhaber und machen bei vielen solcher Wanderungen mit. Wenn man wegen des Virus die Regeln einhält und Kontakt vermeidet, ist das aus unserer Sicht auch alles kein Problem“, sagt eine Frau aus Dudweiler, die mit ihrem Mann zur Wanderung kam.

Die NABU-Ortsgruppe kümmert sich seit vielen Jahren auch um den Eulenbestand an der Oberen Saar. Nur durch die Initiative des Vereins ist der Steinkauz an der Oberen Saar noch hier und da anzutreffen. „Wir züchten die Eulen zu Hause und lassen sie dann in die Natur. Das klappt sehr gut. Auf den Auersmacher Feldern leben mittlerweile wieder sechs Paare und in Bliesransbach und in Kleinblittersdorf jeweils ein Paar“, erklärte Axel Hagedorn, der sogar einen lebenden, jungen Steinkauz von zu Hause mitgebracht hatte und ihn den Leuten zeigte. Mit einer Pfeife imitierte der Naturschützer den Ruf des Steinkauzes und bekam prompt aus verschiedenen Richtungen Antwort. Ein lustiges Abenteuer für die Wanderer und die Kinder. Zwei Mütter aus Saarbrücken waren mit ihren Söhnen dabei. „Unsere Kinder wachsen in der Stadt auf. Das Tagesprogramm der Kinder ist heutztage durchgetaktet und für die Natur bleibt kaum Zeit. Deswegen nehmen wir an vielen solcher Wanderungen teil“, sagte eine Mutter.

Sogar aus St. Wendel kam am Freitag ein Ehepaar nach Auersmacher. „Wir mögen einfach die Natur und ansonsten gab es heute ja nirgends eine Veranstaltung. Wir haben Respekt vor dem Coronavirus, schützen uns aber und halten solche Wanderungen in der Natur für unbedenklich“, sagten die beiden.

Etwa eineinhalb Stunden dauerte die Steinkauz-Wanderung, bevor alle wieder in ihren Autos verschwanden und Richtung Heimat fuhren. „Normalerweise gehen wir nach unseren Wanderungen immer noch in ein Gasthaus und reden über das Erlebte und haben noch einen geselligen Abend. Aber darauf haben wir wegen des Virus dieses Mal verzichtet“, sagte Axel Hagedorn.